wxMusik: Dynamisch geordnete Tonkunst

Statt einer opulenten Benutzeroberfläche bietet die schlanke Musikdatenbank „wxMusik“ ausgefeilte Möglichkeiten, das heimische Klangarchiv nach persönlichen Vorlieben zu durchforsten und die Ergebnisse als dynamische Wiedergabeliste abzuspeichern. Netzbasierende Radiosender lassen sich ebenfalls schnell und unkompliziert einbinden.

Dreh- und Angelpunkt der kostenfreien OpenSource-Lösung ist die datenbankbasierende Bibliothek, die sich bequem unter dem Menüpunkt „Bibliothek“ – „Bibliothek einrichten“ erreichen lässt. Anschließend lassen sich hier beliebige Verzeichnisse unter dem Button „Hinzufügen“ in die Datenbank einspeisen. wxMusik unterstützt ein Vielzahl unterschiedlicher Musikformate, darunter auch die bekanntesten wie mp3, wma, ogg, ape, mpc, flac und wav. Außerdem steht die Software sowohl Windows als auch Linuxnutzern zur Verfügung.

wxMusik: Normale Wiedergabeliste

Auf der linken Seite von wxMusik finden sich die Musikbibliothek, die eigentliche Wiedergabeliste sowie einige voreingestellte dynamischen Playlisten wieder. So erzeugt etwa der Eintrag „played last month“ eine Liste sämtlicher Songs, die im letzen Monat abgespielt wurden, während „Most hated Songs“ die 100 mehr oder weniger schlechtbewertetsten Titel auflistet. Ferner lassen sich alle Lieder per rechtem Mausklick bewerten – dafür steht eine weiträumige Bewertungsskala von -9 bis +9 zur Verfügung, wobei ein Wert von „0“ für unbewertet steht. Zusätzlich zu dieser subjektiven Bewertung speichert wxMusik die Anzahl der Abspielvorgänge eines Liedes ab, was beim späteren Filtern von Musik in dynamischen Liedlisten hilfreich sein kann.

wxMusik - Integrierte Bewertung einzelner Songs

Um selbst eine eigene dynamische Zusammenstellung zu generieren, genügt ein Klick mit der rechten Maustaste auf einen bereits vorhandenen Eintrag in der linken Spalte, anschließend wählt man unter „Erzeuge“ – „Dynamische Liedliste“ aus. Nachdem sich ein passabler Name mit „Wiedererkennungswert“ gefunden hat, kann der Wiedergabeindex mit Hilfe verschiedener Parameter präzise eingestellt werden.

Grundsätzlich stehen aus der Datenbank folgende Datenfelder zur Verfügung, die mit diversen Vergleichsoperatoren in einen logischen Zusammenhang gesetzt und schließlich als Musikliste ausgegeben werden:

rating (Bewertung)
tracknum (Titelnummer im CD-Verzeichnis)
title (Liedtitel)
artist (Künstler bzw. Bandname)
album (Name der LP)
year (Erscheinungsjahr)
genre (Genre)
timesplayed (Anzahl der Abspielhäufigkeit)
lastplayed ( Wann zuletzt abgespielt)
bitrate (Bitrate )
filename (Dateiname)
notes ( Kommentar)
timeadded (Wann in Datenbank aufgenommen)

Einige Beispiele in Verknüpfung mit Vergleichsoperatoren:

Alle Lieder zwischen 1980 und 1989, chronologisch nach Jahr sortiert:

year between 1980 and 1989 order by year

Alle Lieder, die nicht älter als 7 Jahre sind und im Titel den Begriff “Living” enthalten:

title like ’% living%’ and year > 1999

Lieder der Band “Queens of the Stone Age”, sortiert nach Abspielhäufigkeit:

artist like ’% queens of the stone age%’ order by timesplayed

Lieder der Band “Queens of the Stone Age”, die mit eine Punktzahl von 7 und höher bewertet wurden, nach Veröffentlichungsjahr sortiert:

artist like ’% queens of the stone age% ’ and rating >= 7 order by year

wxMusik - Dynamische Playlisten mit verschiedenene Parametern erzeugen

Als Vergleichsoperatoren können zum Beispiel == (gleich) != (ungleich) > (größer als) < (kleiner als) dienen.

Selbstverständlich lassen sich diese Prinzipien beliebig kombinieren, zusätzlich liefert wxMusik einige Beispiele über der Eingabemaske.
Auf Wunsch startet das Programm auch automatisch mit laufender Musik, dazu sollte allerdings im Menü unter „Datei“ – „Voreinstellungen“ das Feld „Beim Start ein Lied abspielen“ aktiviert sein. Unter „Optionen“ – „Mischen/Auto DJ“ lassen sich zudem die Parameter für den automatisierten „virtuellen DJ“ wählen. Voreingestellt ist hier der Parameter

rating >= 0 and genre != ‘Speech’ and genre != ‘Comedy’ – also sämtliche Lieder, die nicht aus dem Genre „Speech“ und „Comedy“ stammen sowie besser als 0 bzw. unbewertet sind. Bei Nichtgefallen lassen sich hier die gleichen Regeln wie beim Erstellen dynamischer Liedlisten anwenden.

Neben den vielfältigen Suchabfragen offenbart wxMusik jedoch auch einige Schwächen. So ist das nachträgliche Sortieren (beispielsweise nach Erscheinungsjahr) der Titel in einer Musikliste ebenso wenig möglich wie das Sichern oder Exportieren der integrierten Datenbank. Ausschlaggebend für die Wiedergabe von Musik ist die Wiedergabeliste und nicht die dynamischen Liedlisten. Glücklicherweise lassen sich diese per rechtem Mausklick und beispielsweise „Abspielen“ – „Ersetze aktuelle Abspielliste insgesamt“ in die Wiedergabeliste einpassen.

Fazit: Gerade weil wxMusik durchaus etwas „Denkarbeit“ beim Erzeugen diverser Abspiellisten erfordert, lohnt er durchaus der Mühe: Hohe Flexibilität, integrierte Bewertungs- und Abspielzähler sowie Tagging bringen schnell Ordnung ins Caos der heimischen Plattensammlung. Als Zugabe bietet er außerdem die Wiedergabe netzbasierender Radiosendungen, einen 16-Bit Equalizer, weiche Liedübergänge sowie eine implementierte Cover-Anzeige an.

| | 9. Oktober 2006 6240 x gelesen Schlagwörter: opensource, wxmusik playlisten dynamisch nach musikgeschmack erzeugen

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