Windows XP - Rationell, Schnell und Ressourcenfreundlich

_Tag 1: Ich bin mit meinem Latein am Ende. Vier Jahre Windows XP, dutzende Programminstallationen und Sicherheitsupdates später. Invasion der Symbole: Ich blicke nicht mehr durch, das Hintergrundbild auf dem Desktop ist kaum mehr erkennbar, verdeckt von diesen kleinen, fiesen Icon-Parasiten. Der Systemstart benötigt an sich schon knapp eine halbe Stunde, anschließend begrüßt mich ICQ mit quälender Flash-Werbung, die ich Tag für Tag resigniert wegklicke. Meine Produktivität ist auf einen Tiefstand gesunken.

_Tag 2: Heute mache in endlich Nägel mit Köpfen. Auf eine Neuinstallation des Systems verzichte ich aus Zeitgründen – stattdessen heißt es jetzt, Windows eine Entschlackungskur zu verpassen, die sich gewaschen hat. Vorfreude und ein breites Grinsen macht sich bei mir breit: Die Tage der zur Routine erwachsenen sinnfreien Klick-Prozeduren sind endgültig gezählt, mein hinterhältiger Plan nimmt Form an.

_Tag 3: Als erstes deaktiviere ich die ressourcenverschlingenden „visuellen Effekte“: [rechter Mausklick auf Desktop] > [Eigenschaften] > [Darstellung] unten rechts Button [Effekte] > [verbal: Alle Häkchen entfernen] – dieser Schnickschnack wurde von Microsoft doch eh nur für die „verweiblichte“ Zielgruppe implementiert.

Visuelle Effekte Abschalten

_Tag 4: Heute dreht sich alles rund um die Software. Als erstes wird unter [Start] > [Systemsteuerung] > [Software] der Datenmüll, der sich über die Jahre angesammelt hat, ordnungsgemäß deinstalliert: Uralte Spiele und mysteriöse Tools müssen weichen, die Tage von knappem Festplattenspeicher sind gezählt. Als nächstes tausche ich unproduktive Software, die ich dennoch für die tägliche Arbeit benötige, durch flexible und schlankere Lösungen aus. ICQ muss dem OpenSource-Pendant Miranda weichen – meinen ICQ-Account kann ich auch mit letzterem nutzen, bloß eben ohne Werbung und mit geringeren Systemanforderungen bei vergleichbaren Features. Auch den aufgeblähten Adob’schen Reader wechsle ich gegen den schnelleren und durchaus ebenbürtigen FoxitReader aus. Meine deprimierte Stimmung weicht einem ansatzweise positiven Gefühl – zum ersten Mal nach 4 Jahren sehe ich Licht am Horizont

_Tag 5: Verflixt. Ein paar der Symbole auf dem Desktop sind zwar durch die vorangegangenen Deinstallationen verschwunden, trotzdem ist das System für meine Verhältnisse immer noch grottenlahm. Ich muss handeln. Sofort. Unter [Start] > [Ausführen] > [msconfig.exe] starte ich eine kleine und von Microsoft vorbildlich versteckte „Killer-Applikation“.

Unter dem Reiter [Dienste] aktiviere ich am unteren Rand [Alle Microsoft-Dienste ausblenden] – damit stelle ich sicher, versehentlich keinen essentiellen Systemdienst von Windows XP zu deaktivieren. Jetzt kann es endlich losgehen, und alle überflüssigen Dienste (ggf. Firewall und Antivirenprogramm ausgeschlossen), wie zum Beispiel diverse Grafikkartentools, die ich zum Arbeiten nicht benötige oder Adobe-Auto-Update-Werkzeuge werden einfach stillgelegt, in dem ich das Häkchen links neben dem entsprechenden Eintrag deaktiviere.

Als nächstes geht es den Schmarotzern an den Kragen, die nach einem Windows-Start automatisch geladen werden und gefräßig am Systemspeicher nagen. Unter dem Reiter [Systemstart] deaktiviere ich alles, was ich nicht brauche: Apple Quicktime und Winamp funktionieren schließlich auch ohne Autostart und meine Soundkarte gibt ihre Laute ohne die entsprechenden Zusatz-Werkzeuge von sich. Firewall (Ntune), Übertaktungstool (AI Booster) und PDF-Drucker (Free PDF XP) sowie Java bleiben aktiviert.

Unter dem Reiter [BOOT.INI] setze ich einen Haken vor dem Eintrag [/NOGUIBOOT] und [/BOOTLOG]. Auf das Windows-Start-Logo kann ich schließlich getrost verzichten, stattdessen wird nun jeder Systemstart protokolliert – das liefert erste Lösungsansätze bei eventuellen Startfehlern.

_Tag 6: Durch meine gestrige Aktion habe ich die Anzahl der im Hintergrund laufenden Prozesse halbiert! Die Performance hat sich deutlich verbessert, selbst auf meinem alten Laptop läuft alles wieder wie Geschmiert. Stören bloß noch die übrig gebliebenen Symbole auf dem Desktop. Bis auf Arbeitsplatz, Papierkorb und diverse Laufwerkicons eliminiere ich diese, indem ich sie einfach Markiere und Lösche. Trotzdem muss in gewisser Weise ein Ersatz her, schließlich habe ich keine Lust, unter [Start] > [Alle Programme] nach Software zu suchen. Also installiere ich das Desktop-Tool Rocket Dock , das ich nun beliebig mit frischen Programmen auffüllen kann – und dazu noch richtig schick aussehen tut. Mit einem rechten Mausklick aktiviere ich die [Auto-Hide-Funktion], sodass es mich bei der Arbeit nicht stört.

_Tag 7: Tag der Abrechnung: Eine Neuinstallation hätte sicherlich noch mehr Performance gebracht, dennoch hat sich die investierte Zeit gelohnt. Windows XP macht wieder Spaß, meine Produktivität hat wieder einen rationell vertretbaren Wert erreicht.

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Leserkommentare

  1. Max P.

    Dieser Artikel ist sehr nützlich um mehr über die Tücken und resurcenfressenden Faktoren unter Windows XP zu erfahren, darum wird diese Page auch einen Platz in meiner Favoritenliste bekommen. ^^

    Fazit:
    leicht zu verstehen, gut nachzuvollziehen und extrem hilfreich

    am 7 August 2006, 11:57.

  2. Schön, dass wir Ihnen mit diesem Artikel weiterhelfen konnten. Bitte beachten Sie das NÄCHSTE Mal auch auf eine korrekte Rechtschreibung ihres Kommentars – einige Fehler stechen förmlich ins Auge. Ferner wäre es wünschenswert, auf überflüssige Anglizismen („Page“) zu verzichten. Mit freundlichen Grüßen

    Ihr Zarathustra.6x.to – Team

    am 7 August 2006, 21:06.

  3. Felix

    Die Kommentare der Herausgeber sind ja besser als von jedem Oberlehrer. So macht Ihr Eure Artikel ja im nachhinein noch richtig spannend.

    am 24 Januar 2008, 07:03.

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