Fast fünf Jahre nach der Markteinführung von Windows XP schickt sich Microsoft an, der breiten Öffentlichkeit mit einer frei zugänglichen Beta 2-Version von Windows Vista einen Nachfolger für das etablierte Betriebssystem zu präsentieren. Ob sich die lange Wartezeit gelohnt hat und welche neuen Features in die Software integriert wurden, beleuchtet der nachfolgende Artikel.
Speicher-Hunger
Im Gegensatz zu seinem Vorgänger, der sich bereits mit 256 MB Arbeitsspeicher zufrieden gab, benötigt Windows Vista deutlich mehr RAM-Riegel. Microsoft nennt inoffiziell 512 MB als Mindestvoraussetzung, besser sind jedoch 1 GB – die von Preiskämpfen gebeutelte Speicherchipindustrie wird’s freuen. Auch beim Festplattenspeicher gönnt sich die hier getestete Beta 2 – Version satte 7 GB, was bei heutigen Desktop-Standard-Festplattengrößen von 160GB und mehr aber verschmerzbar sein sollte. Geringer sind die Ansprüche an den Prozessor, wobei ein CPU der 1 GHz-Klasse ausreichend ist. Wer die schicke „Transparenz-Optik“ der neu entwickelten „Areo-Glass“ Oberfläche in Augenschein nehmen möchte, benötigt ferner eine DirectX-9 kompatible Grafikkarte. Insbesondere 2-3 Jahre alte Notebooks mit integrierter Grafik dürften damit ihre Schwierigkeiten bekommen, bei Desktop-PCs hingegen stellt eine Aufrüstung mit günstigen Einsteigerkarten wie der ATI X300 oder einer Gforce 6200 kein Problem dar.
Fotoserie:
Neben der grafisch aufwändig neu gestalteten Oberfläche mit transparenten Fensterrahmen und diversen Schattierungen bietet Windows Vista eine individuell anpassbare Sidebar (rechts), die mit diversen, als „Gadgets“ bezeichneten Gimmicks aufgefüllt werden kann. Dazu gehört beispielsweise die Integration von RSS-Feeds, einem Notizzettel oder die Anzeige der aktuellen CPU-Auslastung. Für Windows-XP stehen allerdings ähnliche Features und dazu meist kostenfrei als Freeware (Speedfan, Quicknote) zur Verfügung. Auffallend ist ebenfalls, dass der seit Windows 95 implementierte „Startbutton“ am unteren linken Bildschirmrand einem runden „Windows-Logo“ weichen musste.
Ferner bieten die in der Taskleiste versammelten Programme ein Vorschaufenster als „Mouse-Over-Effekt“ an.
Alle geöffneten Programme lassen sich mit der Tastenkombination “Windows-Taste” – “Tab” in einer seitliche 3D-Ansicht durchblättern.
Die neue Startleiste besitzt eine integrierte Suchfunktion, die auch anspruchsvolleren Abfragen mit ausgeschlossenen Begriffen (in diesem Fall -BMP) genügt.
Back to the Roots: Wem das neue Startfenster mißfällt, kann im Handumdrehen auf die klassische Ansicht wechseln.
Der Desktop-Icon “Computer” gibt einen schnellen Überblick über angeschlossene Laufwerke und deren Speicherauslastung.
Die Inhalte der Systemsteuerung werden übersichtlich kategorisiert und auf für Laien verständlich dargestellt.
Überfällig: Der nervende XP-Standarddialog in Verbindung mit Wechseldatenträgern oder Multimedia entfällt, Aktionen können automatisiert werden.
Sicherheit GROßGESCHRIEBEN (1): In diesem Fall wohl auf die Beta-Version zurückzuführen: Firefox erzeugt Sicherheitswarnung.
Sicherheit GROßGESCHRIEBEN (2): Spielebewertungssysteme und Jugendschutzbenachrichtigungen für Administratoren.
Übersichtlich: Leistungsdiagnosekonsole zeigt Auslastung nach Prozessen.
Auch die Softwareverwaltung installierter Programme wirkt intuitiver als bei Windows XP.
Statt einzelne Dateien wie bei Windows XP kann Vista ganze Partitionen verschlüsseln.
Auch an Abwechslung im öden Büroalltag wurde gedacht: InkBall ist dabei eine der wenigen Neuerungen neben Klassikern wie Minesweeper, Solitär, Hearts oder Freecell.
Für Weltenbummler: Windows Vista unterstützt nun insgesamt 3 verschiedene, individuell konfigurierbare Uhren nach Zeitzone.
Konstant: Seit Windows 95 hat sich am Mal- und Zeichenprogramm “Paint” nicht viel geändert, bei Windows Vista wurde lediglich die Farbpalette von unten nach oben verschoben.
Auch der Bildschirmschoner-Dialog dürfte Vielen bekannt vorkommen, mit “Aurora” geht zudem der langgehegte Wunsch eines “virtuellen Polarlichts” für den Desktop in Erfüllung.
Farbenfroh: Das bunte Layout des Desktops läßt sich intuitiv per Schieberegler steuern.
Auch der Program-Öffnen-Mit Dialog präsentiert sich übersichtlicher als bei Windows XP.
Die Vorschaugrößen der Icons lassen sich per Schiebemechanismus schnell auf die gewünschte Größe bringen.
Leistungsbewertung: Leider bringen es 1 GB RAM sowie ein AMD 64 3700+ mit 1 MB L2 Cache des Testrechners nur auf eine schlappe 3,6. Die 256 MB Grafikspeicher der Radeon 9800 XT werden gar nur mit 4,4 bewertet, insgesamt springt für das Testsystem ein glattes “Befriedigend” heraus. Dafür ist die getestete Vista-Version allerdings auch eine Beta 2.
Fazit:
Während die Versionsschritte von Windows 3.1 auf 95 oder Windows 98/Me auf XP noch echte Meilensteine in der Historie Microsoft’scher Betriebsysteme verkörperten, kann die Beta-2 Version von Windows Vista allenfalls mit der neu gestalteten Oberfläche mit ihren schicken Icons, einer veränderten „Klick-Usability“ sowie erweiterten Sicherheitsfeatures und zahlreichen Änderungen im Detail aufwarten. Viele Programme, beispielsweise die siebte Version des Microsoft Internet Explorer oder der Mediaplayer 11, stehen auch für Windows XP zur Verfügung und selbst für die ausgefeilten Bildverwaltungsoptionen sind schnell Alternativen, beispielsweise in Form von Picassa 2, gefunden. Ein großer Pluspunkt in Vergleich zu vorangegangenen Versionen sind die vorbildlich kategorisierten Einträge in der Systemsteuerung. Diese und zahlreiche andere Veränderungen kommen vor allem Computerlaien entgegen, die mit Windows Vista sicherlich gut beraten sind. Für professionelle Anwender scheint sich dennoch, zumindest in der veröffentlichten Beta 2 – Version, das „Must-have-Erlebnis“ nicht so recht einstellen zu wollen.
| Software Systemwerkzeuge | 14. Juni 2006 10721 x gelesen Schlagwörter: software, vista, windowsFernsehsendungen aufnehmen, komplett ohne den heimischen Flimmerkasten und Videorekorder? Eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit, mit onlinetvrecorder.com aber potentiell denkbar. Der kostenfreie Service nimmt dabei im “Kundenauftrag” verschiedene Sendungen, die man vorher relativ bequem per EPG auswählen kann, auf und stellt sie dem registrierten Nutzer zur Verfügung. Titel der öffentlich-rechtlichen Sender ARD, ZDF, Arte, 3Sat und der privaten Gruppen RTL, Sat1/Pro7, RTL2, VOX, Kabel1 sowie MTV können hierbei ausgewählt werden. Die Aufnahmen stehen zumindest für die private Nutzung frei, dürfen allerdings nicht an Dritte weitergegeben werden.
Den Zugriff auf bestimmte Internetseiten blockieren – möglicherweise ein Herzenswunsch vieler Arbeitgeber oder auch Erziehungsberechtigter. Mit Mozilla Firefox etwa lassen sich einfache Bemächtigungsschranken mit wenigen Mausklicks generieren: So verhindert das Plugin „BlockSite“ von Erik van Kempen schnell und wirkungsvoll Seitenzugriffe auf bestimmte Internetseiten und Domains. Eine Stufe weiter geht der „Umweg“ über die Proxyeinstellungen von Mozilla Firefox: Damit werden zunächst sämtliche Seiten blockiert, unter „Kein Proxy für“ kann man anschließend diejenigen Domains angeben, die der Browser trotzdem anzeigen soll.
Eine herkömmliche Bilder-Diaschau am heimischen PC mag anregend sein, doch als „außergewöhnlich“ kann man diese Form der Pixelpräsentation wohl nicht mehr bezeichnen. Mit Julius Bahr, Tilman Beer und Matthias Schicker haben drei Münchner Studenten mit „PhotoPolis“ eine Möglichkeit geschaffen, Bildmaterial in einer virtuellen 3D-Wolkenkratzerstadt zu besichtigen.