Wikipedia für die Westentasche

Eine über 300.000 Artikel starke Enzyklopädie muss nicht zwangsläufig im heimischen Bücherregal vereinsamen, sondern kann ihre Dienste durchaus auch auf mobilen Wegbegleitern wie PDAs oder Smartphones verrichten. Mit den besonders Platz sparenden Offline-Versionen der Wikipedia von Ralf Zimmermann und dem E-Book-Reader „Mobipocket“ ist das kein Problem.

Vielseitiger E-Book-Reader

Als Software zum Anzeigen der mobilen Wikipedia dient der kostenfreie, englischsprachige „Mobipocket Reader“. Er steht für PalmOS, Windows Mobile, SymbianOS, Blackberry und einige andere (Hardware)Exoten zur Verfügung. Die nachfolgende Beschreibung bezieht sich auf eine Testinstallation auf einem XDA-Smartphone unter Windows Mobile 2002.

Zur Installation des „Mobipocket Reader“ genügt es, die Installationsdatei (CAB) auf den Pocket-PC zu kopieren und anschließend von dort aus zu Starten. Alternativ ist natürlich auch eine Installation über Microsoft’s Active Sync möglich. Für ältere Systeme, beispielsweise die ARM-Architektur von Windows Mobile 2002, steht leider nur Version 4.9.446 des „Mobipocket Reader“ zur Verfügung – aktuell ist die sechste Version.
Unter anderem verfügt die Software über eine Volltextsuche (unter „Wikipedia“ – „Find“), eine Autoscroll-Funktion, unterschiedliche Schriftgrößen per Button und viele individuelle Einstellungen (unter „Settings“).

Lokale Wikipedia (offline) für den Pocket PC

Wikipedia auf Flashspeicher bannen

Da die meisten Taschencomputer wie PDAs oder Smartphones oft nur mit stark begrenztem Arbeitsspeicher ausgestattet sind, empfiehlt es sich, die eigentlichen Wikipedia-Daten auf inzwischen preiswerte SD- oder MMC-Speicherkarten auszulagern. Ralf Zimmermann stellt unterschiedlich aktuelle, deutschsprachige Wikipedia-Versionen von 2003 (rund 32.000 Artikel, 38 MByte) bis 2006 (>300.000 Artikel, 587 MByte) zur Verfügung. Bei vergleichsweise geringem Speicherbedarf muss man hier allerdings auf das umfangreiche Wikipedia-Bilderreservoir verzichten. Die entsprechende ZIP-Datei muss nach dem Download in den Ordner „Ebooks“ auf die Speicherkarte entpackt werden. Da die 2002er Pocket PCs ohnehin nur Speicherkarten bis 1 GByte unterstützen, entfallen Versionen der Wikipedia mit Pixelgrafiken, mit moderneren Versionen von Windows Mobile ist aber auch die Installation einer bebilderten Wikipedia-Variante möglich, die mehr als 1GByte Speicher schluckt. Anschließend muss man lediglich den „Mobipocket Reader“ starten –
die Wikipedia-Daten werden, insofern sie im Verzeichnis „Ebooks“ liegen, automatisch eingelesen.

Lokale Wikipedia (offline) für den Pocket PC

Anwendungsszenarien

Bei all dem Aufwand stellt sich freilich die Frage, wozu man eine – nicht ganz aktuelle – Wikipedia-Version auf einem Taschencomputer benötigt. Die verhältnismäßig teuren Datentarife der Mobilfunkprovider machen den mobilen Zugriff auf Online-Inhalte nicht unbedingt zum preiswerten Vergnügen – eine lokale Offline-Variante der Wikipedia kann hier also durchaus bares Geld sparen. Bei Städtereisen oder im Plattenladen lassen sich zum Beispiel interessante Touristenattraktionen bzw. Band-Diskografien schnell und bequem nachschlagen. In einer Vorlesung kann die Offline-Wikipedia möglicherweise helfen, unbekannte Begrifflichkeiten zu klären. Schlussendlich ist es aber auch ein seltsames Gefühl, Textmaterial, welches vor einigen Jahrzehnten ganze Bücherregale zu Füllen wusste, auf einem kleinen Gerät in der Hosentasche herumzutragen.

Siehe dazu auch:

Essenzielle Freeware für den „Pocket PC“

Wikipedia für Unterwegs

| | 29. April 2007 9092 x gelesen Schlagwörter: offline-wikipedia, wikipedia für pda, wikipedia mobil

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