KULTUREXKURS: Was macht eigentlich…Daniel Küblböck? - Ein satirisches Portrait

„Lasst mich so sein, wie ich will, dann kann ich euch noch viel geben“ singt bedrohlich
wirkend ein gewandelter Daniel Küblböck im März 2006 am Höhe- und glücklicherweise
gleichzeitigigem Endpunkt seiner Tour im Leipziger „Anker“, die den Zweck hatte, sein Ende letzten Jahres erschienenes Album mit dem Titel „Liebe Nation“ zu promoten. Vor ungefähr 600 textsicheren Fans, die sich auch mal gern als „Faniels“ selbst denunzieren, erschallen mitnichten die Songs, die ihn zumindest bei eben diesen Verehrern so beliebt machten. Vorbei die Zeit des „abgedroschenen Dudel-Pop aus der Konserve“, stattdessen gab es „laute Gitarren und harte Bässe“ lobhudelte bereits die Bild vom 13. März. Grund genug, einen Rückblick auf den steinigen Weg des unerschrockenen Barden zu werfen.

Als Anfang 2003 die erste Staffel des Quotenhits „Deutschland sucht den Superstar“ startete, ahnte noch niemand, wie ein einziges Medienereignis ein solch breites Spektrum an gescheiterten Existenzen hervorbringen kann. Jedoch gab es auch Figuren, die annähernd zu beckenbauerischen Lichtgestalten in den Olymp der Öffentlichkeit angehoben wurden. Eine dieser Figuren war ohne Zweifel Daniel Küblböck. Schon beim ersten Auftritt mit Gitarre vor einer zwischen Entsetzen und bedauernder Erheiterung schwankenden „Expertenjury“ (Bild) wurde klar: dieser „schräge Vogel“ (ebenso Bild) schert sich nicht um Konventionen! Der am 27. August 1985 gebürtige Niederbayer aus dem beschaulichen Städtchen Eggenfelden schaffte damit, wohl auch damals zum ersten Mal in seinem Leben, etwas Erwähnenswertes. Aus seinem beruflichen Leben vor „Deutschland sucht den Superstar“ ist eigentlich nicht sehr viel bekannt, was aber sicherlich durch sein zartes Alter von damalig gerade mal 17 Lenzen zu verzeihen ist. Aber dass er schon erfolgreich den ohnehin schweren Weg der Hauptschule mit einem Abschluss erfolgreich beschritten hatte und eine Lehre als Kinderpfleger in eben seiner Heimatstadt begonnen hatte, machte ihn für viele seiner späteren Fans schon sehr früh zu einem wahrlichen Vorbild. Sein skurriles Verhalten, sein androgynes Erscheinungsbild und die amphibial wirkende Stimme polarisierten und teilten die Republik wie es bisher nur der Bau der Berliner Mauer, ein zur damaligen Zeit wirksamer „antifaschistische Schutzwall“, im Jahre 1961 zu schaffen vermochte. Die Fans bewunderten ihn, die „Antifaniels“ zweifelten am Mediensystem und der Vernunft eben jener Menschen, die es ermöglichten, dass Daniel Küblböck den bronzebeschichteten dritten Platz der „Superstars“ belegte. Kritiker, Psychologen und allerhand anderes für die Öffentlichkeit und die Medien interessante selbst- bzw. fremdbetitelte Menschenkundler jedoch schrieen Zeter und Mordio, besser bekannt als die kleinen Geschwister von Sodom und Gomorrha, ihrerseits wiederum besser bekannt unter dem Künstlersynonym „Modern Danielkurz vorm AusscheidenTalking“. Teil dieses infernalen „Pop-Duos“ (TAZ) war Dieter Bohlen, in gewisser Weise Verantwortlicher und Produzent von „DSDS“, wie „Deutschland sucht den Superstar“ bei Kennern abgekürzt wird. Er schrieb nach dem Erfolg Küblböcks auch dessen tiefsinnige und sehr erfolgreiche Songs, allen voran „You Drive Me Crazy“, welcher sich 12 Wochen in den deutschen Charts hielt und auch die Spitzenposition erstürmte. Ein aufschlussreiches Zeugnis für den Musikgeschmack nicht nur deutscher Jugendlicher. So bekam Daniel K., wie er sich selbst auch manchmal nennt, von pfiffigen Vermarktungskünstlern ein Image unter dem heroischen Banner „Positive Energie“ zurechtgezimmert. Ein bewundernswert mutiger Slogan, der in einer von Pessimismus und Arbeitslosigkeit verdunkelten deutschen Realität die Funktion eines Leuchtfeuers übernehmen sollte. Gleichzeitig war es auch Titel seines ersten Albums, welches sich 11 Wochen in den deutschen Charts tummelte und als höchste Platzierung die Vize-Pole-Position erklimmen konnte. Jedoch verlor die Öffentlichkeit nach dem Ende des Medienhypes um „DSDS“ schnell das Interesse an dem sympathischen Virtuosen. Die leuchtende Fackel offenbarte nur wenig später ihr wahres Gesicht: „Positive Energie“ war in Wirklichkeit nichts weiter als ein Strohfeuer, wie sich spätestens mit Beginn des Jahres 2004 herausstellte. An dieser Entwicklung konnte auch die im September 2003 erschienene Autobiographie, die Daniel mit der vermeintlichen Journalistin Julia Boenisch verfasst hatte, nichts ändern. Das Buch, welches immerhin kurzzeitig den dritten Platz in der Spiegel-Bestsellerliste innehatte, stellte ein epochales Meisterwerk dar, welches den Titel „Ich lebe meine Töne“ trug. Ein Schelm, wer dabei an die menschliche Verdauung denkt! Die Autobiographie kann sich in eine Gruppe von Selbstdarstellungen enormen Anspruchs einreihen, die nur sehr selten in der Geschichte der Menschheit erscheinen. Spontan fallen dem geneigten Leser wohl nur zwei ähnlich faszinierende und fesselnde Werke voller sprühender Ideen und Ideologien ein. So muss sich „Ich lebe meine Töne“ keinesfalls hinter Dieter Bohlens Meisterwerk „Nichts als die Wahrheit“ oder Adolf Hitlers „Mein Kampf“ verstecken. So geizt Daniel K. unter Anderem auch nicht mit pikanten Details über seine sexuelle Identität. Im zarten Alter von 14 Jahren hatte er sein „erstes Mal“. Dies mit einem Jungen. Und, so schreibt er selbst: „Es war schön.“ Doch am nächsten Morgen sei ihnen „die Sache“ dann irgendwie „peinlich“ gewesen, und es wurde nicht mehr darüber gesprochen. Ein ähnlich bedauernswertes Schicksal kennt man von zahlreichen jungen Mädchen aus diversen Zeltlagergeschichten. Daniels erste sexuelle Annäherung mit einem Mädchen sei eine „aufregende Erfahrung“ gewesen. Danach allerdings dachte Küblböck etwas resigniert: „Vielleicht wird Sex nie so sein, wie er sich in meiner Phantasie abspielt.“ Vielleicht ist das auch besser so für den Rest der Menschheit.

Weiterhin kam es durch einige fragwürdige Passagen in „Ich lebe meine Töne“ zu einer Diskrepanz zwischen Daniel und dessen Mutter sowie seinem Bruder. So sagt
eben dieser Bruder, Michael Küblböck, über Beschreibungen seiner Familie durch Daniel, sie seien „kompletter Schwachsinn“ (N24.de). So soll Daniels Mutter Bianca Küblböck eines Nachts mit einem wildfremden Mann und betrunken Daheim aufgetaucht ,
„You drive me cray-hi-hay-hi-zy“ auf Daniel losgegangen und ihn sogar gewürgt haben, als wüsste sie bereits damals, welchen Weg ihr jüngster Spross einschlagen würde. Mutter und Bruder distanzierten sich vom bekanntesten Mitglied der Familie und drohten an, sie wollen gemeinsam auch ein Buch über Daniel schreiben. Dass
dies bisher nicht geschehen ist, kann, immerhin, schon einmal als kleiner Erfolg gesehen
werden.

Doch wie es so oft der Fall ist bei deutscher C-Prominenz, kommt der Hochmut vor dem Fall. Es legte sich bereits im Juli 2003 ein dunkler Schatten über das sonst so sonnige Gemüt des „Superstars“, als die 15-jährige Verena, selbst leidenschaftlicher „Faniel“, aus Eifersucht auf eben Daniel K. von ihrem Freund David (20) erschossen wurde, bevor dieser sich selbst hinrichtete. Die Reaktion des Sängers war rührend, aber auch etwas realitätsfern: „Ich bin total schockiert!“ Wie er die Tragödie hätte verhindern können, wisse er nicht, „Ich bin kein Psychologe“ begründete er dies. Das er Verena und vielen anderen Menschen möglicherweise eine Menge Leid hätte ersparen können, hätte er Eggenfelden nie verlassen, kam ihm wohl nicht in den Sinn… Auch Dieter Bohlen als Daniels Förderer musste natürlich seinen Senf dazu geben und orakelt bereits sehr früh, Daniel dürfe sich nicht selbst die Schuld daran geben, „sonst zerbricht er daran“ (N24.de). Ein böses Omen, das sich blutegelgleich an Daniels Bein zu heften schien.

Kurz darauf, Ende Oktober 2003, brachte sich Küblböck wieder in die Medien, indem er auf einem weiteren Höhenflug sich selbst als Ersatz für den Star-Magier Roy Horn vorschlug. Horn wurde von einem seiner weißen Tiger angefallen und lebensgefährlich verletzt. „Viele wissen gar nicht, dass ich nicht nur singen, sondern auch zaubern kann“ schwadronierte Daniel großzügig gegenüber „Bild“. So wolle er bei seiner kommenden Tournee zwei „spektakuläre Illusionen“ auf der Bühne durchziehen. Hilfe erhielt er dabei von Illusionist Günter Puchinger, auch Bekannter des Magier-Duos Siegfried und Roy. Bösen Gerüchten zu Folge soll Küblböck sogar hinter der Attacke des weißen Tigers auf Roy stecken. Brancheninsider wunderten sich bei Beginn der tragischen Show über die merkwürdige Steifbeinigkeit des ansonsten so fidelen Tigers genauso wie über den nicht zu übersehenden Reißverschluss am Bauch des Tigers. So wird gemunkelt, dass Daniel K. die Zuneigung von Siegfried mit dieser Tat erschleichen wollte, „Ich komme wie Siegfried aus Bayern“ sagte Küblböck der „Bild“ in diesem Zusammenhang. Die Ermittlungen in diesem Fall sind nach wie vor nicht abgeschlossen, aber Daniel eine Verbindung zu der Tat anzuhängen sei enorm schwierig auf Grund zahlreicher unterschiedlicher Alibis, erklärte ein Freund Daniels, der lieber anonym bleiben will.

Allem Anschein nach durch Knebelverträge an RTL und den Bi-Ba-Bertelsmann gekettet
musste bzw. wollte Daniel Anfang des Jahres 2004 in „Das Dschungelcamp“, auch bekannt als „Sendung“ (Bild) mit dem Namen „Ich bin ein Star, holt mich hier raus!“ moderiert vom Duo der Intellektualität schlechthin, Sonja „wird eingezogen“ Zietlow und Dirk „das Urmel“ Bach. Dort mussten im Volksmund so genannte deutsche Prominente diverse, man möchte sagen „Mutproben“ überstehen und sich als Kollektiv im Kampf um das Überleben in der harten, jedoch von Kameras und wahrscheinlich auch RTL-Redakteuren umsäumten Dschungelwelt im Outback Australiens beweisen. Dort nun schaffte es Daniel erneut, durch seine lockere Art zu unterhalten. So lernte er auch seine neue Busenfreundin Dolly Buster kennen und lieben, doch die „Beziehung“ hielt nur bis zum Ausschalten des TV-Gerätes. So wurde Küblböck von spitzfindigen Einheimischen („Aborigines“) zum Teamchef gekürt, um im Wettbewerb seines Teams im Dschungelcamp gegen eine andere Gruppe von Größen der Unterhaltungsbranche zu dominieren. In dieser Position um Annerkennung und Autorität kämpfend wurde er zu „einem kleinen Diktator“ (Stern.de), aber seine kläglichen und erbitterten Führerversuche schlugen genau ins Gegenteil. Niemand nahm den Eggenfelder
mehr ernst. So wurden auch die Stimmen gegen ihn laut und er verließ das Camp schreiend mit den Worten: „Ihr macht’s mir mein Image kaputt!“. Seine Fans jedoch waren froh, das Daniel diese Hölle überleben konnte.

Im Februar 2004 kam er nun wieder in die Medien, aber mit nicht gerade positivem Publicity: Wahrscheinlich in einem durch Testosteron oder Östrogen, hier sind sich die Experten nach wie vor nicht einig, hervorgerufenen Anflug von Euphorie stieg das Popsternchen in den maßgeschneiderten Fahrersitz des Autos einer Freundin und trat dort gehörig das Gaspedal durch. Das er noch keinen Führerschein hatte, schien er einfach so vergessen zu haben. Prinzipiell wäre das ja auch alles nicht ganz so schlimm gewesen, wäre da nicht ein bösartiger 38-Tonner-Lastwagen gewesen, beladen mit Gläsern voller Gewürzgurken. Eben diesen leichtsinniger Weise übersehend, schnitt Daniel die Vorfahrt und verursachte so einen wahrlichen Horrorcrash in der Nähe von Pfarrkirchen, bei dem Küblböck selbst als einziger mittelmäßig verletzt wurde. Operationen unter Anderem an seiner Schulter waren der physische Preis für Daniel. Eine 48-jährige Insassin des Unfallautos erlitt eine leichte Kopfverletzung, Beifahrerin und der Fahrer des LKWs blieben wie durch göttliche Vorhersehung unverletzt, erlitten jedoch einen nicht zu überschätzenden Schock. Der liegen geblieben Gurkenlaster wurde über Nacht von unbekannten, wahrscheinlich zwielichtigen,
Gestalten seiner Last beraubt. Nur einen Tag später wurden die Gurken dann zu Hauf bei Ebay angeboten. Wie verdorben muss man nur sein, um sich auf solch eine Weise am Schaden anderer zu bereichern…? Von juristischer Seite wurde später durch die Staatsanwaltschaft Landshut Anzeige wegen Fahrens ohne Führerschein und fahrlässiger Körperverletzung erhoben, wobei er später nach Jugendstrafrecht (welch große Überraschung!) zu 25.000 Euro Geldstrafe und 8 Stunden
Sozialarbeit verurteilt wurde (Stern).

Eine sehr harte Strafe, aber wohl eher für Daniel Küblböcks Brieftasche, unkten Rivalen und Lästermäuler… Wenig später erlebte man ihn gebrochen und resigniert, jedoch auch wieder mit beiden Füßen fest auf irdischem Boden angekommen: „Ich habe als Vorbildfunktion versagt!“ Weiterhin sagte er der Nation: „Das alles tut mir so unendlich leid“ Ob er nun damit nur den Gurkenlasterunfall oder vielleicht auch seine gesamte Existenz meint, ist strittig. Selbst das deutsches Idol schlechthin, der Showmaster und Traumschwiegersohn der Trümmerfrauengeneration, Thomas „Tommi“ Gottschalk konnte sich einen kleinen bissigen Seitenhieb nicht nehmen lassen: „Für Kenner der Szene war es nur eine Frage der Zeit, bis Daniel mit einem Gurkenlaster zusammenstößt“ (N24.de).

Die darauf folgenden Monate wurde es recht ruhig um Daniel. Einige hatten ihn bereits für tot erklärt, als er im August des Jahres 2004 den nächsten Masterplan aus der Schublade holte, in die er sich selbst nicht sonderlich gern stecken lassen wollte. Einige trauten ihren Augen nicht, als sie in heimischen Kinos auf Plakate stießen, die einen Film mit dem Titel „Daniel, der Zauberer“ anpriesen. Doch der Film ist bittere Realität und zu fast 99 Prozent autobiographisch angelehnt, schließlich war ja schon Küblböcks Groschenroman „Ich lebe meine Töne“ ein himmlischer Erfolg. Unter der Regie von Ulli Lommel, selbst ein Schüler Rainer Werner Fassbinders, entsponn sich dem geneigten Betrachter eine verzwickte, ja beinahe orwellsche Storyline aller höchster Kategorie. In Worte zu fassen, was dort vor sich ging, fällt nicht leicht. Die meiste Zeit des Films zumindest singt Daniel auf einer Bühne Lieder über Teenagerliebe, einem seiner Steckenpferde („Es war schön“, siehe oben). Aber zwei Konzertbesucher werden vom dämonischen Baltazar, aller Wahrscheinlichkeit nach abgeleitet vom dritten weihrauchumnebelten und -schenkenden Heiligen König, dazu gebracht, Daniel umbringen zu wollen.

Soweit so gut. Aber Daniel selbst ist natürlich bereits vorgewarnt, durch seinen Großvater, den toten Zauberer, gespielt von Ulli Lommel selbst. Im fiktiven Filmleben verdingte dieser sich als einarmiger Musiker auf dem Oktoberfest. Diese Charakteridee hatte Daniel mutmaßlich selbst, zumindest klingt sie ganz danach. Jedenfalls wird Daniel von seinem Großvater nun auf die Auseinandersetzung mit Baltazar und auch auf seine Zauberprüfung vorbereitet. Nach erfolgreicher Absolvierung selbiger könnte „Daniel, der Zauberer“ (!) dann mit seinem Zauberstab endlich Gutes für die Menschen tun. Ein Spannungsbogen, der gescheiter nicht sein könnte. Und wie er nun es sich nun vorstellt, mit seinem „Zauberstab“ etwas „Gutes zu tun“, darüber sollte sich Zuschauer einmal selbst so seine Gedanken machen…

Leider war dem Film kein Erfolg gekrönt, weder nationaler noch internationaler. Noch während der ersten Woche wurde der mit genau 8.829 Zuschauern und 107
ausgelieferten Kopien in den meisten Kinos aus den Projektoren verbannt. Ein trauriges Ende für ein derart ambitioniertes, man möchte meinen weltverbesserndes
Meisterwerk. Es muss schon etwas heißen, wenn ein Film in der Online-Ausgabe der Zeitschrift „Cinema“ zum „Besten Film aller Zeiten“ gewählt wird. Neider warfen
Manipulation durch Fans vor, und schon wurde der Film aus der Wertung entfernt. Die Welt meint es einfach nicht gut mit dem Eggenfelder… Nach Gurkenlaster und Gurkenfilm

Nachdem er Anfang des Jahres mit seinem Vater Günther Küblböck die „Postitive Energie GmbH“ gegründet hatte und dieser zu seinem Mentor, Manager, Vertrauten und besten Freund avancierte, wurde Daniel nun langsam unzufrieden mit seinem Image und verbittert wegen des nicht eintreten wollenden Erfolgs. So schmiss er ihn im August nun endgültig aus dem Familienbetrieb, kündigte damit den Kontakt zu allen Familienmitgliedern. “Ich brauche Dich nicht mehr. Ich kann auf eigenen Füßen stehen” (Die Aktuelle) lautete die SMS, die Günther Küblböck bekam. Seit dem: Funkstille. Und wieder hat der Ruhm eine Familie entzweit bzw. in diesem Falle eigentlich gedrittelt. Da haben wir Mutter und Bruder gegen ehemals Vater und Daniel, nun steht Daniel allein da und war seit dem Geschäftsführer der „Positiven Energie GmbH“. Eine letzte Warnung gab ihm der besorgte Vater Günther noch mit auf den Weg: “Daniel, pass auf! Nicht alle, die so tun, meinen es gut mit dir. Es gibt so viele Neider. Es gibt viele, die nur von dir profitieren wollen” sprachs und wart nie wieder gesehen (zum zweiten Die Aktuelle)… Da steht er nun heute auf der Bühne, mit gänzlich neuem Image. Ein strategischer Schachzug, vergleichbar mit der großen Rochade, der ihn wieder vorantreiben soll. Deutsche Texte gibt es, bei der „Ich hass mich“ Tour 2006. Selbstreflexion pur, kein bisschen abgehoben. Auch die Single „König von Deutschland“ nicht. Schön waren die Konzerte, zumindest für die „Faniels“, soviel kann sicher gesagt werden. „Wie gefällt euch mein Bart?!“ fragt Daniel K. provokant wie man ihn kennt ins Publikum. Frenetischer Jubel, Ausgelassenheit bei jedem einzelnen Konzertbesucher, der Lautstärkepegel der Masse durchdringt die Schmerzgrenze des menschlichen Ohres, man muss es erlebt haben. Freilich kommt das überraschend, dass Daniel Bartwuchs hat. Damit hatte wohl wirklich niemand gerechnet. Als er zum nächsten Song ansetzt, verebbt die dröhnende Schallmauer, Feuerzeuge werden gezogen. Ein Bild, das noch tausend Jahre währen könnte, es besser aber nicht tut. Wie es mit Daniel Küblböck weitergeht, muss wohl erst der alte Gevatter Zeit zeigen. Ob er nun eines Tages die Weltherrschaft übernehmen wird ist fraglich, aber jedoch, da sind sich Kritiker und Liebhaber seiner „Kunst“ einig, wünschenswert. Der sympathische Eggenfelder ist ein moderner Don Quijote, der an Stelle von Windmühlen eben gegen schreckliche Gurkenlaster kämpft und dessen treuer Begleiter eben nicht Sancho Panza ist, sondern sein geliebter Mops „Kleopatra“. An Idealen und Lebensmut fehlt es ihm jedenfalls nicht. Vielleicht ist die Welt aber einfach noch nicht bereit für das Übermaß an positiver Energie, das er mitbringt. Man könnte doch versuchen, den unerschöpflichen Vorrat an eben dieser zu extrahieren, die weltweite Energiekrise wäre passé! Daniel wäre das fleisch gewordene Perpetuum Mobile und der Retter der Menschheit, als der sich der Visionär Küblböck selbst schon immer sah und auch immer sehen wird.

Autor Tim Hübler ist Student des Studiengangs “Angewandte Medienwissenschaft” im 4. Fachsemester an der TU Ilmenau

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Leserkommentare

  1. Sehr geehrter Herr Hübler,
    habe mir gerade Ihre Satire über Daniel Küblböck durchgelesen und bin positiv überrascht, dass Sie sich so viel Mühe mit dem Recherchieren gegeben haben, auch wenn die Zeitungen, allen voran die BILD Tatsachen verdreht wiedergibt.
    Sie haben das Buch gelesen, den Film angeschaut, waren auf einem Konzert…kennen seine Alben. Das ist mehr, als was der deutsche “Normalo” von Daniel Küblböck weiß.
    Ihre Satire geht nicht unter die Gürtellinie. Sie beschreiben Ihre Empfindungen beim Konzert in Leipzig ehrlich und ohne Bösartigkeit. Besonders gefallen hat mir dieser Ausschnitt: “Deutsche Texte gibt es, bei der „Ich hass mich“ Tour 2006. Selbstreflexion pur, kein bisschen abgehoben. Auch die Single „König von Deutschland“ nicht. Schön waren die Konzerte, zumindest für die „Faniels“, soviel kann sicher gesagt werden. ”

    Daniel gibt nicht auf. Seine “Positive Energie” trägt ihn weiterhin durch den Mediendschungel, begleitet von Menschen, die ihn mögen – seinen Fans.
    In der Hoffnung, dass Sie manchmal die Zeit haben werden, seinen Weg weiter zu verfolgen
    verbleibe ich
    Angi Schneider

    am 8 August 2006, 12:16.

  2. I. Radinger

    ”...erschallen mit Nichten die Songs…” Oha, da muss mir etwas entgangen sein: ich habe Daniel bisher noch nicht mit seinen Nichten auf der Bühne stehen sehen. Hat er überhaupt Nichten? Oder Neffen? Oder wie oder was?

    Satire ist immer gut – aber nur dann, wenn ihr erstklassiges Wissen zu Grunde liegt. Und das, sehr geehrter Herr Hübler, lassen Sie leider vermissen. Weder war das Konzert im Leipziger “Anker” das Ende der IHM-Tournee, noch war der tragische Tod eines jungen Mädchens darauf zurück zu führen, dass sie “Faniel” war – was die ermittelnde Polizei auch klar und deutlich vor TV-Kameras erklärte. Küblböck war auch nicht gemeinsam mit Dolly Buster im Dschungelcamp – diese Dame nahm erst an der zweiten Staffel teil.

    Auch dem Rest ihrer “Satire” merkt man an, dass sie nur aus Versatzstücken der einschlägigen Boulevardpresse besteht. Zudem orthografisch teilweise auf Mittelstufenniveau.

    Ein bißchen wenig für einen Studenten der “Angewandten Medienwissenschaft” im 4. Fachsemester, meinen Sie nicht?

    Aber Übung macht bekanntlich den Meister – es kann also nur besser werden ;-)

    am 8 August 2006, 13:01.

  3. Der „mit Nichten“ Fehler wurde mittlerweile korrigiert. Vielen Dank für die konstruktive Kritik.

    am 8 August 2006, 15:03.

  4. H. Richter

    Sehr geehrter Herr Hübler,
    eine Satire auf der Basis von sehr viel Halb- und noch mehr Nichtwissen des Autors, gepaart mit Verdrehungen und Verunglimpfungen genannter Personen (z. B. Julia Boenisch) ist einfach nur “durchgefallen”.

    am 8 August 2006, 17:43.

  5. iris Sulimma

    Sehr geehrter Herr Hübner,
    ich finde, dass gerade eine Satire den Anspruch haben sollte, sich auf Wahrheiten zu beziehen.
    So unterscheiden Sie sich nicht von der sich meist schlecht informierenden Presse.
    Mit freundlichen Grüßen
    Iris Sulimma

    am 8 August 2006, 18:52.

  6. Conny Becker

    Ich habe mir gerade den Text durchgelesen….
    absehen von einigen schlechten Recherchen, bin ich zu dem Eindruck gekommen, dass der Herausgeber mächtigen Respekt vor dem Mensch Daniel Küblböck hat.. !!!

    am 8 August 2006, 19:36.

  7. E. Dörning

    Ich muss gestehen, dass mich Ihr Aufsatz zunächst verwirrt hat, denn die Eingangsfrage und der Zusatz „ein satirisches Portrait“ ließen mich glauben, dass Sie sich damit auf den Künstler Daniel Küblböck beziehen.
    „Nee“, dachte ich wenig später, „das gilt den Medien, die über ihn Spekulationen, Un- und Halbwahrheiten verbreiten und ein völlig unrealistisches Bild zeichnen.“ Die Ironie KANN sich nur auf die Medien beziehen.
    Beim Weiterlesen kam mir schließlich die Erleuchtung, dass Sie sich selbst „satirisch portraitieren“. Sie nehmen einen angehenden, jungen Medienschaffenden gehörig aufs Korn, der sich an einem satirischen Portrait eines jungen Künstlers versucht und sich mit ein bisschen Naivität und blindem Eifer an die Arbeit macht und sich ausschließlich auf mehr oder weniger fragwürdige Quellen aus der Printmedienlandschaft bezieht, ohne weiter- und tiefergreifende eigene Recherchen zu tätigen, lassen ihn Schlüsse ziehen und interpretieren.
    Der Portraitist einer Figur, die in einer Form von den Medien geschaffen wurde, die mit der realen Person Daniel Küblböck keinesfalls kongruent ist, muss natürlich scheitern bei Lesern, die gut informiert sind. Das zeigen ja einige Kommentare. Insofern ist Ihre – ich sag mal – Selbstsatire – gut gelungen. Glückwunsch!

    am 8 August 2006, 21:17.

  8. K. Hausenberger

    Ein wirklich gelungener Satireartikel, bald etwas lang, aber er trifft die Wahrheit über Daniel Küblböck am Fuße der Wurzel. Beachtenswert wie der Autor sich mit dieser Person auseinander gesetzt hat um sie ins richtige Licht zu stellen, welches die infantilen Anhänger leider nicht anerkennen. So soll Satire sein, weiter so!

    am 8 August 2006, 21:51.

  9. Ulrike Niehus

    Lieber Herr Hübner,
    Sie haben sich ja viel mit Daniel Küblböck beschäftigt. Alle Achtung ! Schade, dass nichts Vernünftiges dabei herausgekommen ist ! Eine Satire basiert auf gründlicher Recherche, was hier leider nicht erkennbar ist. Außerdem haben mich Ihre Bandwurmsätze derart gelangweilt, dass ich schon nach der Hälfte Ihrer Ausführungen aufgeben musste, obwohl ich das Thema “Daniel Küblböck” außerordentlich interessant finde. Aber nicht aufgeben, vielleicht wird`s ja noch was mit der Journalisten-Karriere!!

    am 8 August 2006, 22:48.

  10. Der Autor heißt im Übrigen „Hübler“ und nicht „Hübner“. Wahrscheinlich lässt bei dem Einen oder Anderen die Konzentration – insbesondere nach der Studie eines solch langen Textes – einfach nach.

    am 8 August 2006, 22:58.

  11. K.Bejvl

    “Zitat: Wahrscheinlich lässt bei dem Einen oder Anderen die Konzentration – insbesondere nach der Studie eines solch langen Textes – einfach nach.”

    Genau. Das ist halt das Problem mit Artikel, denen es an nötigem Esprit fehlt um bis zum Schluß den Leser zu fesseln.
    Ich finde es ja prinzipiell spannend, wenn jemand “Daniel Küblböck” medienwissenschaftlich betrachtet, aber bei Ihrem Artikel bleibt mir die Aussage verborgen. Für eine Satire ist er nicht bissig genug, für einen Tatsachenbericht zu falsch und was den wissenschaftlichen Aspekt betrifft, fehlt mir die Analyse. Ich habe immer auf die Pointe gewartet, bis ich dann ermattet am Ende Ihres Textes angekommen bin und nur ???? übrig blieben.

    am 9 August 2006, 06:49.

  12. Sybille Furkert

    Leider hat diese Aneinanderreihung von Auszügen aus mit vielen Unwahrheiten gespickten Presseberichten nicht viel mit dem außerordentlich liebenswerten, sensiblen, sehr talentierten, fleißigen und charismatischen Menschen Daniel Küblböck, den ich kennen gelernt habe, zu tun.

    am 9 August 2006, 20:01.

  13. m. sala

    hmmm, geht mir auch so wie “k. bejvl”...langweilig, unwitzig…geht so in richtung schülerzeitung, schade…dabei gibt dieses thema doch soviel her.
    besonders doof: die vorstellung, daniel küblböck hätte als tiger verkleidet den guten roy angefallen, um dessen platz einzunehmen…???

    am 18 September 2006, 14:40.

  14. Sepp

    Erstaunlich, das man sich über einen Wichtigtuer soviel Gedanken macht. Aber dadurch “überlebt” der….

    am 29 September 2006, 23:18.

  15. Alena

    Ich find das voll schlimm was alles in der Biographie vorkommt! Ich war früher mal Fan von Daniel Küblböck vor circa vier Jahren! Aber die Biographie empfehle ich auf jeden Fall weiter denn sie ist wirklich nicht nur für fans interessant! Auch jetzt wo ich seine CD’s nichtmehr kaufe und auf keine Konzerte gehe, berührt mich dieser Lebenslauf total! Ich finde das ziemlichg gemein vons einer Mutter das sie sich von ihm “distanziert” sie hat ihn doch schon immer verwahrlost und er schreibt ja auch nicht nur schlecht von ihr!!!!!!!!! Trotzdem muss es eine schreckliche Erfahrung sein seine eigene Mutter als Vampir verkleidet zu sehen die einen dann auch noch tritt etc.
    Und zu seinem Neonazi Bruder fallen mir nur wirklich schlimme Schimpfwörter ein also bin ich mal lieber still xD

    am 11 Januar 2007, 23:39.

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