Zwar gibt es mit Gaim, Trillian, Miranda oder QIP inzwischen allerlei werbefreie Instant-Messenger, unumstrittener Platzhirsch bleibt aber weiterhin ICQ, welcher nunmehr bei Ausgabe Nr. 6 angelangt ist und eine renovierte, deutschsprachige Benutzeroberfläche besitzt.
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Schon vor der eigentlichen Installation ist Aufmerksamkeit geboten: Wer sich keine „Pro7/Sat1-ICQ-Version“ ins Haus holen möchte, sollte die deutschsprachige Standardinstallation (siehe Bild) wählen. Der Download der 11,6 Mbyte großen Datei funktioniert schnell und reibungslos, andere Instant-Messenger kommen allerdings mit deutlich weniger Speicherplatz aus.
Installation
Wer auf Gimmicks wie „ICQ-Search“, „ICQ-Search-Homepage“ und die „ICQ-Symbolleiste“ verzichten möchte, muss dies während der Installation (siehe Bild) angeben. Anschließend kann man an einer Umfrage („Henne-Ei-Problem“, siehe Bild) teilnehmen – ob sich die ICQ-Entwickler deren philosophischen Komplexität bewusst waren, erscheint jedoch fraglich.
Erste Gehversuche
Die neue, aufgeräumt wirkende Benutzeroberfläche in dezentem Grün ist die markanteste Neuerung des Instant-Messaging-Clients. Kontakte lassen sich nach „Name“, „Status“, „Beliebtheit“ und „Letzte Kontakte“ anordnen. Auch inaktive Kontakte lassen sich bequem (siehe Bild) ausblenden. Mehrere, gleichzeitig laufende Text-Konversation können mit ICQ 6 nun in einem Fenster über Tab-Reiter abgehandelt werden. Als „Quick-IM“ betitelt das Kommunikationswerkzeug die Option, direkt aus der Kontaktliste Nachrichten zu verschicken – für längere Abhandlungen ist das einzeilige Eingabefeld aber ungeeignet – glücklicherweise öffnet sich ab einer bestimmten Textlänge automatisch das größere „Konversations-Fenster“. Ferner lassen sich alte Text-Gespräche im Verlaufsprotokoll durchsuchen (Verlauf – Kontakte) – eine praktische Funktion, die in älteren ICQ-Versionen dem Rotstift zum Opfer gefallen war.
Auch das Optionen-Dickicht wurde deutlich gelichtet und gliedert sich in die Unterpunkte „Anpassung“, „Datenschutz & Sicherheit“ sowie „Erweitert“. „Weitere Skins“ geschweige denn „weitere Sprachen“ oder „Weitere Sounds“ auf dem Testsystem zu installieren schlugen fehl – weder die Text-Links noch die dazugehörigen Tastenkürzel besitzen anscheinend eine Funktion. Das in alten ICQ-Varianten teilweise penetrante „Audio-Feedback“ lässt sich in der aktuellen Version über die Voreinstellungen „Alle Sounds“, „Standard“, „Leise“, „Eigen“ sowie „Keine“ zumindest abmildern. Auch der Autostart-Eintrag und das Startfenster lassen sich auf der Startseite des Optionen-Menüs – falls erwünscht – deaktivieren. ICQ 6 ermöglicht es, den Datenschutz in drei Stufen (Niedrig, Mittel, Hoch) anzupassen.
Fazit: ICQ 6 wirkt in der Tat aufgeräumt und besitzt sämtliche Funktionen (unter anderem auch VoIP und Videochat), die man von einem zeitgemäßen Instant-Messaging-Clienten erwartet. Ein echtes „Must-have-Erlebnis“ will sich dennoch nicht einstellen, denn alternative Programme wie QIP bieten einige der neu implementierten Funktionen schon länger und kommen dabei ohne lästige Werbefenster aus.
Download: ICQ 6, Setup-Datei
Mit „Torpark“ haben die Entwickler von Hacktivismo eine Inkarnation aus mobilem Firefox und TOR-Netzwerk veröffentlicht: Der Browser für besonders sicherheitsbewusste „Surfer“ kommt dabei ohne Installation aus und verdeckt die echte IP-Adresse des Nutzers. Optimal, um im Internetcafé oder Rechenzentrum inkognito seinen Interessen zu frönen.
Das Jahr neigt sich dem Ende und es ist an der Zeit, sich eine kleine Verschnaufpause zu Gönnen. Wir bedanken uns vor allem für ihre Treue, denn 2006 war mit über 150.000 Besuchern auf unseren Seiten überaus erfolgreich. In diesem Sinne wünschen wir ihnen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr.
Die Redaktion
Suchprozeduren- und Technologien von Google, Microsoft oder Yahoo sind nicht umsonst streng behütete Geheimnisse – sind sie doch das Kapital der börsennotierten US-Konzerne. „Warum“ eine spezielle Seite „Wo“ im Such-Index auftaucht, bleibt für den Anwender mehr oder weniger verborgen. Das Open Source-Projekt „YaCy“ stemmt sich mit seiner verteilten P2P-Suchlösung gegen derart zentrale Monokulturen.
Ich hätte da noch etwas negatives zu ICQ6 anzumerken: Leider kann man im Unsichtbarmodus keine Töne anstellen. Und noch etwas…sehr schöner Artikel.
am 10 Juli 2007, 19:44.