Testbericht: 24-Zoll-Widescreen-Monitor Samsung SyncMaster 245B

Mit preisgünstigen TN-Panels bestückte Widescreen-LCDs machen den Einstieg in die 61-Zentimeter-Bildschirmklasse inzwischen auch für den kleinen Geldbeutel möglich – mit dem Samsung SyncMaster 245B bekommt man ein gut ausgestattetes Gerät für unter 400,- Euro, welches DVI und HDCP unterstützt.

Samsung SyncMaster 245B: Bis knapp über acht Zentimeter kann die Höhe das Samsung-Bildschirms verändert werden

Preisspirale

Der zum Teil krasse Preisverfall im IT-Bereich macht auch vor Computerbildschirmen keinen Halt: Noch vor einem halben Jahr war die 1920er-Breitpixelgeneration (WUXGA) nicht für unter 600,- Euro zu Haben. Seitdem die günstigen TN-Panels auch in dieser Bildschirmgröße Einzug gehalten haben, purzeln die Preise beständig. Neben dem Samsung finden sich unter anderem auch der iiyama ProLite B2403WS (HDMI, aber kein HDCP), der Acer X243Wd (DVI, HDCP), der schicke Dell UltraSharp E248WFP (DVI, HDCP) oder der Philips 240BW8EB in der 400-Euro-Portemonnaie-Klasse wieder – allesamt mit TN-Panels bestückt. Wer besonderen Wert auf blickwinkelunabhängige Displays mit vollem Farbumfang legt, muss allerdings mindestens 200,- Euro mehr für Displays mit PVA oder IPS-Panels ausgeben – für die meisten Privatnutzer, die keine höheren Ambitionen in Sachen professioneller Bildbearbeitung planen, ist das jedoch nicht zwingend notwendig.

Anschluss

Bildschirme, die ausschließlich mit VGA-Anschluss ohne digitalen Zugang angeboten werden, sind bei einer Auflösung von 1920×1200 Bildpunkten nicht zu empfehlen, zumal auch Grafikkarten der Einsteigerklasse als digitale DVI-Zuspieler dienen können – mit weniger als 40,- Euro eine allemal sinnvolle Investition. Der Samsung bietet übrigens beide Anschlussvarianten an.

Samsung SyncMaster 245B: Das getestete Gerät wurde im Januar 2008 in der Slowakei zusammengeschraubt

Samsung SyncMaster 245B: Das Gerät kann sowohl analog (15pin D-Sub ) als auch digital (DVI-D) anschlossen werden

Auspacken und Aufstellen

Samsungs SyncMaster 245B kommt in einer großen, aber mit knapp 11 Kilo immer noch transportablen grauen Kiste daher. Der Aufbau gestaltet sich einfach: Bildschirm aus dem Karton entnehmen, Strom- und DVI-Kabel anstecken, Netzschalter am Gerät betätigen – fertig. Eine lose Schraube, deren Funktionsweise bis heute im Dunkeln blieb, lag ebenso bei wie DVI-, Strom- und VGA-Kabel, welche mit knapp 1,8 Metern durchaus großzügig bemessen sind. Dazu gesellen sich ein englischsprachiger „Quick Setup Guide“, eine mehrsprachige Garantiekarte sowie ein Faltblättchen in kyrillischer Schrift – die Globalisierung fordert eben auch Opfer. Auf einer CD-ROM befinden sich passende Treiber für Windows sowie die Programme „Natural Color“ und „MagicTune“, mit denen sich über englischsprachige Assistenten individuelle Farbprofile für Windows erstellen lassen. Im Ordner „manual/Acrobat/BN59-00565F-04Ger.pdf“ findet sich zusätzlich ein 58-seitiges Handbuch in deutscher Sprache.

Samsung SyncMaster 245B: Samsung liefert zwei Softwarelösungen, die individuelle Farbprofile unter Windows über einen englischsprachigen Assistenten anlegen können.

Samsung SyncMaster 245B: Ein Metallstift verhindert das Verändern der Bildschirmhöhe.

Ergonomie

Hier leistet sich der Samsung kaum Schwächen: Leichtgängige 180-Grad-Drehungen sind
ebenso möglich wie das Neigen (vorn: rund 5 Grad, hinten: rund 30 Grad) sowie eine Höhenverstellung von 8 cm bis 19,5 cm von der Displayunterkante betrachtet. Die Pivot-Funktion älterer, gleichnamiger Modelle konnte im Test nicht reaktiviert werden – bei TN-Panels ist sie aber auch nicht unbedingt empfehlenswert. Um das Display in der Höhe zu verstellen, muss außerdem ein Metallstift an der Bildschirmhalterung entfernt werden.

Samsung SyncMaster 245B: Nach hinten lässt sich der Samsung um gut 30 Grad neigen

Samsung SyncMaster 245B: Nach vorne sind es leider nur fünf Grad

Samsung SyncMaster 245B: Dank unterstützter Swivel-Funktion lässt sich der Samsung schnell um 180 Grad drehen

Samsung SyncMaster 245B: Bis knapp über acht Zentimeter kann die Höhe das Samsung-Bildschirms verändert werden

Optik

Der Samsung ist komplett in Schwarz gehalten, die Rahmenbreite von 1,6 Zentimeter (links/rechts/oben, 2cm unten) wirkt auf die Bildschirmfläche betrachtet noch klein. Der massive Drehfuß mit glänzendem Plastemantel rundet die Optik nach unten ab, eine blaue Leuchtdiode zum An- und Ausschalten sorgt für einen eleganten Auftritt im heimischen Arbeitszimmer.

Samsung SyncMaster 245B: Der recht schlanke Rahmen verleiht dem Samsung ein schickes Erscheinungsbild im heimischen Arbeitszimmer.

Samsung SyncMaster 245B: Das OnScreen Display (OSD) lässt sich über fünf Tasten einfach bedienen

Bildqualität

Der Samsung SyncMaster 245B bietet satte Platzverhältnisse: Mit seiner Bildschirmfläche von knapp 52×32cm (B x H) ist er im direkten Vergleich zu einem 17“ TFT fast doppelt so breit und etwas höher. Beim ersten Anknipsen erstrahlt die Hintergrundbeleuchtung in voller Stärke – ergonomischere Lichtverhältnisse lassen sich entweder über die vorhandenen Presets oder manuell über das On-Screen Display (OSD) erreichen. Die Bildschirmausleuchtung ist gleichmäßig, zumindest lässt das weiße Testbild der Freeware UndeadPixel keine großen Abweichungen erkennen. Auch das in diversen Foren und Preisvergleichen diskutierte Brummen bzw. Summen des Samsung konnte im Test nicht reproduziert werden, eine minimale Geräuschentwicklung ist erst bei direktem Hörkontakt mit der rückseitigen Bildschirmoberfläche wahrzunehmen, von vorne ist dies selbst bei sehr leiser Umgebung praktisch nicht wahrnehmbar. Auch die Wärmeentwicklung hielt sich mit maximal handwarmen Temperaturen bei direktem Kontakt an den rückwärtigen Lüftungsschlitzen in Grenzen. Die Blickwinkelunabhängigkeit liegt für ein TN-Panel auf erfreulich hohem Niveau, einzig allein bei der vertikalen Ansicht von unten tauchen Farbverfälschung schnell auf.

Samsung SyncMaster 245B: Bietet die nahezu doppelte Bildschirmfläche eines 4:3 LCDs mit 17-Zoll-Diagonale

Samsung SyncMaster 245B: Die subjektive Bildschirmausleuchtung des Testgeräts kann mit GUT bewertet werden

Praxis

Der Umstieg vom 4:3 zum 16:10-Widescreen Format ist zunächst etwas gewöhnungsbedürftig: Viele Netzauftritte sind auf 1024er Bildschirmbreiten optimiert – vor allem bei Nachrichtenseiten bleibt so fast die Hälfte der Bildschirmfläche ungenutzt. Für zusätzliche Gadgets wie Vista’s Sidebar oder Instant-Messenger bietet der 24-Zoll-Bolide aber genügend Reserven, ohne entsprechende Anwendungen minimieren zu müssen. Auch Bildbearbeitung, Videoschnitt, Spiele und Multimediaanwendungen profitieren teilweise deutlich vom zusätzlichen Platzangebot. Vor allem Daddel-Fans können sich über den breiten Blickwinkel freuen, der selbst aus einem Meter Entfernung noch sehr groß wirkt. Die gefürchtete Schlirenbildung blieb im Test (optimiert über „MagicSpeed“) aus. Videofans bekommen mit der FULL-HD-Auflösung (1920×1200 Pixel) des Bildschirms beste Vorraussetzungen zur Wiedergabe bewegten Bildtonmateriales, zumal der Samsung SyncMaster 245B dank HDCP-Unterstützung auch kopiergeschützte Blu-ray Discs bzw. HD-DVD-Silberlinge aufzeigen kann – vorausgesetzt, die Grafikkarte unterstützt ebenfalls HDCP. Die Full-HD-Testvideos, darunter Shuttle-Starts der Nasa (1080i) und der Trailer zum Kinofilm Alexander (1080p), konnte der Samsung flüssig wiedergeben, mit den über das OSD-Menü erreichbaren Funktionen „OptimalContrast“ sind noch brillantere Farben und Kontraste möglich, wobei hier große und gleichfarbige Flächen zu Stufenbildungen neigen, dank des 16:10-Formats fallen die schwarzen Balken bei der Wiedergabe von Videos außerdem deutlich kleiner aus als bei 4:3-Bildschirmen.

Samsung SyncMaster 245B: Die Wiedergabe von hochauflösendem Bildtonmaterial überzeugt mit kräftigen Farben und hohem Kontrast

Samsung SyncMaster 245B: Spielen macht bei Bildschirmgrößen von 24 Zoll richtig Spaß

On Screen Display

Das OSD des Samsung lässt sich auch von weniger versierten Nutzern gut bedienen. Zum einen lässt sich eine Vielzahl an Parametern manuell einstellen, zum anderen liefert die zweite Taste von Links aus betrachtet Voreinstellungen für „Text“, „Internet“, „Game“, „Sport“, „Film“, „Optimalkontrast“ sowie „Benutzerdef“ – letzteres kann nach eigenem Ermessen eingestellt werden. Für Office-Arbeiten sind besonders „Text“ und „Internet“ geeignet, die Presets „Game, Sport, Film und Optimalkontrast“ heben die Helligkeit auf ein unergonomisches Level, welche zumindest bei Bildschirmnaher Arbeit (z.B. Office / Internet) ungeeignet ist. Die Helligkeit kann über eine große Breite und unabhängig vom Kontrast eingestellt werden, was größere Farbverfälschungen vermeidet.

Samsung SyncMaster 245B: Helligkeit und Kontrast lassen sich über das OSD über ein breites Spektrum verändern, was der Filmwiedergabe sowie Arbeiten mit ergonomischen Lichtverhältnissen erlaubt

Samsung SyncMaster 245B: MagicColor soll für sattere Farben und tieferes Schwarz sorgen - das kann sich bei dem einen oder anderen Videofilm lohnen

Samsung SyncMaster 245B: Das OSD bietet viele Einstellungsmöglichkeiten zur Bildoptimierung

Samsung SyncMaster 245B: Bild- und Farbeinstellungen können über das OSD in den Auslieferzustand zurückversetzt werden

Negativ

TN-typisch sind Blickwinkel und Farbdarstellungen bauartbedingt schlechter als bei PVA- oder IPS-Panels. Der Anschluss eines HDMI-Kabels ist nicht möglich, dafür wird ein zusätzlicher Adapter benötigt. Zwar macht der Samsung SyncMaster 245B einen durchaus robusten Eindruck, das Display lässt sich aber in horizontaler Richtung leicht „kippen“. Die vorhandenen Presets des OSD sind zwar praktisch, lassen sich aber nicht modifizieren – hierfür steht leider nur ein freier Speicherplatz (Benutzerdefiniert) zur Verfügung. Auf zusätzliche Features wie Sound, USB-Anschlüsse oder ein gedrucktes Handbuch muss man in dieser Preisklasse verzichten.

Fazit

Der Samsung SyncMaster 245B bietet mit seinen etwas mehr als 2,3 Millionen Bildpunkten viel Platz zum vergleichsweiße günstigen Preis. Die Bildqualität ist bei digitalem Anschluss in Ordnung, die angebotenen Presets ermöglichen das schnelle Wechseln zwischen ergonomischer Büroarbeit mit dezenter Helligkeit und Videowiedergabe mit satten Farben und Kontrasten, Ausleuchtung und Blickwinkelunabhängigkeit können sich für ein TN-Panel durchaus sehen lassen. Als flexibler und leicht konfigurierbarer Monitor, der auch für hochauflösendes Videomaterial, platzhungrige Applikationen und Spiele gleichermaßen taugt, ist der Samsungs SyncMaster 245B allemal eine Empfehlung wert, nicht zuletzt durch das gute Preis-Leistungs-Verhältnis.

Technisch Daten (Herstellerangaben):

Panel: TFT/TN
Bildschirmgröße: 24 Zoll (60,96 cm)
Pixelabstand: 0,270 mm
Maximale Helligkeit: 400 cd/m²
Kontrast (dynamisch): 3000:1
Reaktionszeit: 5 ms
Native Auflösung: 1920×1200 Pixel
Pixelfehlerklasse: II ISO 13406/2
Betrachtungswinkel (horizontal / verikal):160° / 16°
Frequenzen: 30 – 81 kHz (Horizontal), 56 – 75 Hz (Vertikal)
Signalanschlüsse: 15pin D-Sub (analog), DVI-D (digital)
Leistungsaufnahme: 100 W (Betrieb)
Besonderheiten: MagicBright³, MagicColor, MagicSpeed, höhenverstellbar, Tiltfunktion, Swivelfunktion (Drehfunktion des Standfußes), Wandmontage über VESA-kompatible Halterung (200×100 mm) möglich, erfüllt Ergonomische Vorgaben nach TCO’03,
Herstellergarantie: 3 Jahre

| | 19. Februar 2008 16610 x gelesen Schlagwörter: 24 zoll widescreen, bildschirm, samsung syncmaster 245b, tn panel

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