Der Erfolg des Asus Eee PC hat unlängst eine Welle potenzieller Konkurrenten auf den Plan gerufen. All diese verlangen sparsame, vor allem aber günstige Prozessoren, bei denen die TOP-Performance eine untergeordnete Rolle spielt. Zeit also, sich das Prozessor-Marktumfeld so genannter Netbooks einmal genauer anzusehen.
Einleitung
Noch vor wenigen Jahren spielten extrem energiegenügsame Prozessoren – insbesondere im Desktop-Bereich – kaum eine Rolle. Gigahertz-Rekorde waren die entscheidenden Kauf-Kriterien, zumindest wenn man der damaligen Marketing-Maschinerie glauben schenken möchte. Immerhin gelang Intel mit der Einführung des Pentium M im Jahr 2003 ein guter Spagat zwischen Stromverbrauch und Leistung, für gutbetuchte Nutzer gab es außerdem Ultra-Low-Voltage-Varianten (ULV) in kompakteren Notebooks, die besonders lange Laufzeiten versprachen. Der gewaltige Energiehunger von Intels Netburst-Architektur konnte gegen die relativ sparsamen Athlons jedenfalls nicht ankommen, und mit Intels aktueller Core-2-Technik bietet der Branchenprimus viel Leistung bei vergleichsweise geringem Verbrauch – nicht ohne Grund, denn das israelische Core-Entwicklerteam aus Haifa zeigte sich auch für den Pentium M verantwortlich. Mit dem Eee PC von Asus wurde kürzlich das Segment ultrakompakter Mini-Notebooks neu belebt, insbesondere mit einem Preis von knapp 300,- Euro setzt das in der Klasse so genannter Netbooks platzierte Gerät neue Maßstäbe. Vorher waren ultrakompakte Geräte von Sony, Panasonic, Toshiba & Co nur für dreistellige Euro-Beträge (bei zugegebenermaßen gehobener Ausstattung) erhältlich. Die neue Generation an preisgünstigen, ultraportablen Geräten verlangt allerdings neue, sparsame und vor allem sehr günstige Prozessoren, auf die Intel und VIA mit den Atom bzw. Nano bereits reagiert haben.
VIA C7-M
Neben dem bekannten Branchenführer Intel und Verfolger AMD führt die taiwanesische Chipschmiede VIA im x86-Prozessormarkt seit Jahren ein Nischendasein. Die knapp drei Jahre alte Architektur des VIA C7 ist in einigen Disziplinen wie dem Energieverbrauch im Ruhezustand zwar Spitze, allerdings rechnet die CPU nicht besonders schnell. Das liegt unter anderem am mit nur 128 KB dimensionierten L2-Cache – selbst der altbackene (teure) Banias-Kern des Pentium M bietet hier bis zu 20x mehr an Speicher. Der C7 fand und findet in sehr kompakten Hauptplatinen im Micro- und Mini-ATX sowie im Nano-ITX-Format Verwendung, die meist in einem Paket (etwa der Epia-Serie) verkauft werden. Im mobilen Bereich ist der VIA C7-M in einigen Low-Buget-Notebooks vertreten, neuerdings auch in HPs Mini-Notebook HP 2133.
VIA Nano
Mit dem am 29. Mai 2008 vorgestellten Nano will VIA mit der lahmen Performance des VIA C7 – einem der Hauptkritikpunkte – aufräumen und greift dafür ordentlich in die Vollen: Der L1-Cache wurde verdoppelt, der L2-Cache gar verzehnfacht. Außerdem verfügt der Nano unter anderem über eine spekulative Out-of-Order-Technik, die vom C7 übernommene Padlock-Engine, eine AMD64-kompatible 64-Bit-Erweiterung und einen deutlich erhöhten FSB. Das Abspielen von hochauflösendem Blu-Ray-Videomaterial soll in Verbindung mit einem passenden Chipsatz ruckelfrei funktionieren.
AMD Geode LX
AMDs Geode LX ist aus dem Gesichtspunkt des Alters betrachtet schon ein alter Prozessor-Hase. Auch er geht sehr sparsam mit Energie um und ist vergleichsweise günstig erhältlich, allerdings muss man hier wie bei VIAs C7 deutliche Abstriche bei der Performance machen. Auf den Geode LX setzt unter anderem das OLPC-Projekt sowie die Netbook-Familie von datacask. Ob sich AMD auf einen Wettstreit mit dem VIA Nano und Intels Atom in Form eines neuen Billig-Prozessors einlässt, ist bisher offen.
Intel Atom
Mit dem Atom setzt Intel in erster Linie auf preisgünstige Fertigung. Die im 45nm-Prozess hergestellte CPU soll vor allem bei UMPCs und Netbooks Verwendung finden. Die erste Ausführung in Form des Silverthorne ist bereits erhältlich, später soll Diamondville folgen, unter anderem auch in einer Zweikern-Ausführung. Die TDP des Silverthorne ist mit nur 2,4 W angegeben und wurde in diversen Foren bereits kräftig diskutiert. Neue Maßstäbe wird der Atom in diesen Bereich wohl nicht setzen können, dafür bietet er einen günstigen Preis und moderate Leistung am unteren Ende der CPU-Fahnenstange – übrigens wie alle hier vorgestellten Prozessoren.
Intel Celeron M
Seit jeher ist der Celeron Intels abgespeckte Produktlinie für Low-Cost-PCs. Die mobile Variante des Celeron M (Dothan-Kern, 512 KB L2-Cache) findet auch im Eee PC 701 Verwendung, allerdings in einer untertakteten Variante (630 MHz statt 900 MHz). Große Performance-Sprünge sind dabei nicht drin, für das Xandros-Linux des Eee PC reicht der Celeron M aber aus.
Vergleich: Preisgünstige und sparsame Prozessoren für Netbooks

Anmerkungen: Bei der Performance-Note handelt es sich um eine subjektive Einschätzung des Autors. Die TDP-Angaben unterschiedlicher Prozessorhersteller sind aufgrund abweichender Berechungsgrundlagen nur bedingt vergleichbar.
Fazit: VIAs Nano könnte ein echter Renner werden: Er bietet deutlich mehr Performance als sein Vorgänger C7 und kann sogar Intels Atom Paroli bieten. Zudem ist er Pin-abwärtskompatibel, ein möglicher Beweggrund, warum HP beim Mini-Notebook 2133 auf VIA setzt. Intels Atom findet einen guten Kompromiss zwischen Performance, Preis und Energieverbrauch, kann die ursprünglich gehegten hohen Erwartungen allerdings nicht vollständig – insbesondere beim Energieverbrauch – erfüllen. Bereits jetzt kann der Branchenprimus die Atom-Nachfrage kaum stillen. AMDs Geode LX ist zusammen mit dem VIA C7 zwar das Performance-Schlusslicht, eignet sich für Nischen wie den OLPC aber dennoch. Offen bleibt die Frage, ob AMD mit einer neuen Version des Geode kontert oder gleich eine abgespeckte Turion-Variante herausbringt. Genauere Pläne sind bis zum heutigen Zeitpunkt jedenfalls nicht bekannt geworden. Die hohe Nachfrage der Schwellenländer nach preiswerter PC-Technik bietet dennoch Wachstumsperspektiven, denen sich das gebeutelte x86-Schwergewicht trotz kleiner Margen nicht entziehen sollte. Bleibt noch der Celeron M zu erwähnen: Er findet im Eee PC 701 Verwendung, ist preisgünstig und VIAs C7 sowie dem AMD Geode LX leistungsmäßig überlegen.
| Hardware Aktuelles | 1. Juni 2008 1534 x gelesen Schlagwörter: asus eee pc, celeron m, intel atom, sparsame prozessoren für netbooks, via c7, via nanoVon einem knapp 50 Euro teuren Netzteil der Firma LC-Power erwartet man eigentlich Qualität. Die bekommt man rein technisch betrachtet auch durchaus, dennoch lässt die deutschsprachige „Verpackungs-Übersetzung“ nicht nur bei pedantischer Betrachtung zu wünschen übrig. „Deutsch“ bleibt halt eine schwierige Sprache…
Seit einigen Monaten gibt es ihn: Den Mac Mini. Mit 489 € ist er der billigste und zugleich kleinste Sprössling des Apple-Produktportfolios, den es je gab. Zum Vergleich: Ein eMac kostet im Apple-Onlinestore bereits 779 € und der Power Mac G5 mit zwei 64-Bit Prozessoren stolze 1919 €. Mit seinen Abmessungen von 16,5×16,5×5cm (LxBxH) und nur 1,4 kg Gewicht kann man den Mac Mini bequem von A nach B verfrachten. Diese “Mobilität” resultiert nicht zuletzt aus dem einfachen Grund, das Apple beim Mac Mini auf vorhandene Bauteile der iBook-Serie zurückgreift. Nichtsdestotrotz hat man mit dem Mac Mini einen kleinen und eleganten Schreibtischkamerad zur Seite stehen.
Im Media Markt gibt es den digitalen Bilderrahmen Alessio „Phoenix“ mit 7-Zoll-Display ab Montag für 49,- Euro. Ein Schnäppchenangebot?