Spezial: Marktübersicht PC-Mäuse

Vor etwa 25 Jahren begann mit Apple’s Lisa die „Mäuse-Invasion“ computerbasierter Systeme, seitdem hat sich die Technik in rasanter Geschwindigkeit weiterentwickelt. Optische und drahtlose Geräte haben ältere, kugelbasierte Maus-Generationen weitestgehend verdrängt, auch ergonomische Verbesserungen wurden unternommen. Wann aber lohnt welche Maus?

Marktuebersicht PC-Mäuse 2008

Anwendungsszenarien

Die Nutzer-Ansprüche an Computermäuse sind durchaus unterschiedlich: Als mobiler Touchpad-Ersatz sollen sie möglichst leicht, kompakt und energiesparend sein, trotzdem gut in der Hand liegen und sich schnell verstauen lassen. Spielernaturen wünschen ebenfalls leichte, reaktionsfreudige und robuste Zeitgenossen, gelegentlich auch mit optischen Zusatz-Features, Office-Anwender legen Wert auf besonders gute Ergonomie, leichtgängige Maustasten und flexible Einsatzmöglichkeiten, etwa mit Laserpointer-Dreingabe. Für Multimedia-Enthusiasten kommt außerdem eine Kombination zwischen Maus und Fernbedienung für den heimischen Wohnzimmer-PC in Frage.

Betrachtet man die wirtschaftliche Entwicklung vom Branchenführer Logitech, boomt der Markt für PC-Eingabeperipherie, schließlich legte der Schweizer Anbieter vor kurzem das zehnte Geschäftsjahr in Folge mit zweistelligem Umsatzwachstum und Rekordergebnis vor. Neben Logitech tummeln sich auch Microsofts Hardware-Sparte sowie A4Tech, Cherry, Hama, Trust, Kensington und Spiele-Spezialist Razer im Computermaus-Marktuniversum. Die passende Maus in Anbetracht des undurchschaubaren Produktspektrums zu finden, ist also keine einfache Aufgabe.

Wenn man allerdings bedenkt, welche Rolle die meistgenutzte Mensch-Maschine-Schnittstelle überhaupt bei der täglichen PC-Nutzung spielt, lohnen die Mehrkosten zwischen 30,- und 70,- Euro für einen höherwertigen Klick-Begleiter durchaus. Preisgünstigere Einsteiger- und No-Name-Marken finden in der nachfolgenden Übersicht keine Betrachtung. Als ergonomisch sinnvolle Maus-Erweiterungen gibt es außerdem spezielle Handballen-Auflagen und Mauspads, die weitere Gelenk-Erleichterungen für den Nutzer bieten möchten.

Desktop & Laptop-Edelmäuse

Für die jeweils modernste Maus-Generation werden in der Regel über 50,- Euro fällig, alle zwei bis drei Jahre führen die Hersteller neue Flagschiffe ihrer Premium-Boliden ein. Um den vollen Funktionsumfang zu nutzen, müssen spezielle Treiber nebst zugehöriger Software installiert werden – nicht alle Mäuse laufen auch ohne diese Vorkehrungen. Unter Mac OS X und Windows Vista sollte man sich außerdem vorher nach entsprechender Software-Kompatibilität erkundigen, das trifft ebenso für Linux-Anhänger zu. Wichtig: Alle vorgestellten Edelmäuse sind nicht für Linkshänder geeignet.

Logitech MX Revolution

Spitzenmodel von Logitech: MX Revolution mit vielen Funktionen, aber recht schlechter Akkulaufzeit bei Vielnutzung.

Logitech MX Revolution, Quelle: Logitech Public Relations

Spitzenmodell für den Desktop von Logitech ist seit August 2006 die MX Revolution Laser Cordless Mouse, ein optisch und technisch durchaus opulentes Kunstwerk. Scrolllastige Arbeit und das Herumwuseln in besonders langen Dokumenten soll mit dem motorbetriebenen Mausrad – von denen die Revolution gar zwei Stück besitzt – und dem intelligenten Bildlauf besonders schnell von der Hand gehen, eine nochmals verbesserte Ergonomie, präzise Laser-Abtastung (800 dpi) und die umfangreiche Software-Suite, mit welcher sich diese Maus auch noch bis ins letzte Detail individuellen Ansprüchen fügt, stehen auf der Haben-Seite. Die kabellose 2,4-GHz-Funk-Technologie mit LC-Statusanzeige hat aber auch einen gravierenden Nachteil: Bei mehr als acht Stunden täglicher PC-Nutzung muss die MX Revolution bereits nach zwei bis drei Tagen an die schicke Ladestation, der interne Lithium-Ionen-Akku lässt sich nicht auswechseln, das ist nur bei ihrer Laptop-Schwester VX Revolution Laser Cordless Notebook Mouse möglich, die kleiner und etwa 20,- Euro preiswerter als ihre Desktop-Verwandte ist, dafür aber nur über ein Scrollrad verfügt. Im schlechtesten Falle ist die MX bei defektem Akku nach drei Jahren reif für den Elektronikschrott. An der Unterseite lässt sich die MX Revolution immerhin ausschalten, um Strom zu sparen. Manche Nutzer beschweren sich über die recht schwerfällige mittlere Maustaste der MX Revolution, allerdings tauchen auch bei anderen Herstellern vereinzelt Nutzer-Beschwerden über die mittlere Maustaste und deren Haltbarkeit auf. Logitech gibt auf die Revolution MX/VX drei Jahre Garantie.

MX Revolution: kabellos, Laser-Technologie mit 800 dpi, nicht wechselbarer Lithium-Ionen-Akku, ergonomisches Design, Batterieanzeige, motorbetriebenes MicroGear-Scrollrad, ab 55,- Euro.

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VX Revolution Laser Cordless Notebook Mouse: kabellos, Laser-Technologie mit 800 dpi, sieben Tasten, ergonomisches Design, Batterieanzeige, auswechselbarer Akku (AA), ab 38,- Euro.

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Logitech MX Air Rechargeable Cordless Air Mouse

Logitech MX Air

MX Air Cordless Mouse, Quelle: Logitech

Neue Wege beschreitet Logitech mit der MX Air: Mit ihr hält ein ähnliches Konzept wie bei Nintendos Wii Einzug in PC-Gefilde: Per Gestensteuerung soll sich beispielsweise durch das heimische MP3-Musikarchiv navigieren lassen. Dank der Bewegungserkennung Freespace sollen sich außerdem Handbewegungen unkompliziert am Bildschirm in Mauszeiger-Aktionen umwandeln lassen, nebenbei ist die MX Air freilich auch eine „normale“ Maus mit gewohnter Laser-Abtastung. Der Preis von derzeit über 100,- Euro ist dann allerdings doch schmerzhaft, solange nur eine handverlesene Menge an Programmen von der neuen Bewegungsfreiheit profitieren.

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Microsoft Natural Wireless Laser Mouse 6000 / Wireless Laser Mouse 7000

Microsoft Natural Wireless Laser Mouse 6000Microsoft Wireless Laser Mouse 7000

Natural Wireless Laser Mouse 6000, Wireless Laser Mouse 7000, Quelle: Microsoft

Neben Logitech bietet auch Microsoft mit der Wireless Laser Mouse 7000 und der Natural Wireless Laser Mouse 6000 zwei hübsche und ergonomisch geformte Klick-Begleiter an, die ebenfalls kabellos arbeiten und über eine Zoom-Funktion und ein Vier-Wege-Scrollrad verfügen und bei welchen sich der Akku in Form zweier (6000) oder einer AA-Batterien (7000) praktischerweise auswechseln lässt. Für die Installation der passenden Software veranschlagt Microsoft immerhin 100 MByte freien Speicherplatz – recht viel für eine PC-Maus in Anbetracht der Tatsache, das die gleiche Kapazität vor 15 Jahren für einen kompletten PC inklusive Betriebssystem ausreichend war. Neben den ergonomisch geformten 6000er und 7000er Modellen bietet die brandneue Wireless Notebook Presenter Mouse 8000 ein auf Notebooks abgestimmtes Gewicht und Abmessungen sowie eine rückseitige Fernbedienung – etwa zur Steuerung von Powerpoint-Präsentationen – und einen integrierten Laserpointer zum Aufzeigen von Bildschirm-Sachverhalten. Microsoft gibt drei Jahre Garantie.

Microsoft Natural Wireless Laser Mouse 6000: kabellos, Laser-Technologie mit 1000 dpi, fünf Tasten, ergonomisches Design, Gewicht: 144 Gramm, 11,2×7,5×3,4cm (LxBxH), ab 30,- Euro.

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Microsoft Wireless Laser Mouse 7000: kabellos, Laser-Technologie mit 1000 dpi, ergonomisches Design, 4-Wege-Scrollrad, 5 Tasten, 3D-Flip-Funktion, Batteriestandanzeige, Gewicht: k.A. 12,1×8,2x(LxB)

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Wireless Notebook Presenter Mouse 8000: kabellos über Bluetooth, Laser-Technologie mit 1000 dpi, 4-Wege-Scrollrad, Batteriestandanzeige, integrierte Fernbedienung und Laserpointer, Kontrolltasten für Microsoft PowerPoint, ab 60,- Euro.

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Razer Copperhead / Lachesis

Razer Cooperhead

Razer Copperhead, Quelle: Razer Razer Lachesis

Razer Lachesis, Quelle: Razer

Auf Spielernaturen hat es der amerikanische Maus-Spezialist Razer abgesehen. Die kabelgebundene Serie Copperhead (seit 2005) besitzt eine Auflösung von 2000 dpi, sieben Tasten und eine spezielle Teflon-Mausfußbeschichtung sowie 32 KB internen Speicher für individuelle Nutzerprofile. Razer gibt als maximale Beschleunigung 20G an. Das Gewicht der Maus kann nach eigenem Ermessen verändert werden, die Gummibeschichtung der Tasten soll versehentliches „Abrutschen“ vermeiden. Die Copperhead ist dank symmetrischem Aufbau sowohl für Links- als auch für Rechtshänder geeignet und läuft auch ohne installierte Treiber. Bei den optischen Beleuchtungseffekten kann zwischen Rot, Blau und Grün gewählt werden (Mausmodelle: Anarchy Red, Tempest Blue, Chaos Green). Das Top-Modell der Razer-Serie ist die Lachesis, welche mit bis zu 4000 dpi Auflösung (Konfigurierbar in 125-dpi-Schritten), neun Tasten und einer verbesserten Teflon-Gleitbeschichtung punkten möchte. Auch hier stehen drei Farbmodelle in Weiß, Blau und Rot zur Verfügung.

Razer Copperhead: kabelgebunden, Laser-Technologie mit 2000 dpi, 32 KB Speicher, individuelle Nutzerprofile, 13×6,6×4,1cm (LxBxH).

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Razer Lachesis: kabelgebunden, Laser-Technologie mit 4000dpi, 32 KB Speicher.

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Maus-Mittelklasse-Flagschiffe

Im Gegensatz zum High-End-Segment punktet die Mausmittelklasse mit günstigeren Preisen zwischen 25,- und 45,- Euro. Hier finden sich auch ältere Produktschienen, etwa Logitech’s immer noch sehr beliebte, kabellose MX-Serie in Form der MX 1000 (ab 42,- Euro) , der MX 620 (ab 32,- Euro) sowie der MX 610 (unter anderem spezielle Version für Linkshänder, ab 35,- Euro), ebenso die kabelgebundenen Modelle MX 400 (ab 25,- Euro) und die bei Spielern beliebten MX 518 (ab 30,- Euro). Auch preiswertere OEM-Modelle von Microsoft, beispielsweise die beliebte IntelliMouse-Reihe, ist hier bereits ab rund 11,- Euro zu Haben.

Ebenfalls in der Mittelklasse vertreten ist Tastatur-Spezialist Cherry mit seiner kabellosen eVolution ERGO-SHARK L wireless. Sie ist speziell für Linkshänder konzipiert und besitzt eine Teflon-Oberfläche zum schnellen Schreibtisch-Gleiten. Die eVolution ERGO-SHARK L bietet sieben per Software frei konfigurierbare Tasten, Hersteller Cherry gibt fünf Jahre Garantie.

Schräge Alternativen

Logitech TrackMan Wheel

Logitech TrackMan Wheel, Fotograf: Christoph Lange

Neben herkömmlichen Maus-Konzepten existieren noch eine Reihe älterer und neuerer Ideen, welche die Schnittstelle zwischen Mensch und Computer verbessern möchten. Eine kleine Fangemeinde konnten sich dabei Systeme mit so genannten Trackballs erhalten, dabei wird der Mauszeiger im Gegensatz zur Maus über eine an der Oberfläche befindlichen Kugel gesteuert. Verbleibender Vertreter im PC-Bereich ist etwa Logitech’s TrackMan Wheel (in kabelloser und kabelgebundener Form ab rund 30,- Euro). Zur Bildbearbeitung lohnt unter Umständen die Investition in ein Grafiktablett, Einsteiger-Geräte sind hier ab 40,- Euro zu Haben. Für 3D-Modellierungen und CAD existieren ebenfalls Speziallösungen, mit denen sich nicht nur in X- und Y-Achse, sondern auch in der Z-Achse navigieren lässt, hier bietet Logitech’s Tochter 3DConnexion einige Produkte an.

Linksammlung: PC-Mäuse

Internetauftritt A4Tech

Aktuelle Mausserien von Cherry

Aktuelle Mausserien von Logitech

Aktuelle Mausserien von Microsoft

Razer-Internetauftritt

| | 13. Mai 2008 7470 x gelesen Schlagwörter: edelmäuse für den desktop, ergonomische computer-maus, kabellose mäuse, logitech mx, marktübersicht pc-mäuse, maus

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