Kurze Mini-Videos sind spätestens seit dem Aufkommen von YouTube & Co nicht mehr aus dem Netz wegzudenken. Wer seine Inhalte dennoch nicht in die Hände fremder Anbieter legen möchte, bekommt mit etwas Handarbeit und freien Software-Werkzeugen einen Videobeitrag für die eigene Webseite im Nu auf die Beine gestellt. Die nachfolgende Anleitung verrät, wie das funktioniert.
So soll es am Ende Aussehen: Kurzes Bildschirmvideo für den eigenen Netzauftritt
1. Bildschirm aufnehmen
Zuerst braucht es ein passendes Werkzeug, um den heimischen Computerbildschirm abzufilmen. Im Test wurde dazu die Open-Source-Lösung „CamStudio“ verwendet, mit der entweder der gesamte Bildschirm oder ein Teil davon im AVI-Containerformat aufgenommen werden kann. Als Highlight steht eine so genannte „Autopan-Funktion“ zur Verfügung, bei der das abgefilmte Material dem Mauscursor folgt – das ist besonders bei kleineren Videos mit geringerer Auflösung praktisch, die nicht den gesamten Desktopbereich abdecken, wie auch beim Beispielvideo zu sehen ist, optional sind Audiokommentare bei vorhandenem Mikrophon möglich. Auch Video- und Audiocodecs können je nach Bedarf individuell festgelegt („Options – Video Options“) werden.

Mit „CamStudio“ können Bildschirmvideos im AVI-Containerformat aufgenommen werden.
Die aktuelle Version 2.5 Beta 1 von „CamStudio“ benötigt keine Installation: Einfach das entsprechende ZIP-Archiv („CamStudio.2.5.b1.bin.zip“) herunterladen und in einen beliebigen Ordner entpacken. Gegebenenfalls müssen noch zwei weitere Systembibliotheken, „mfc71.dll“ und „msvcr71.dll“, die ebenfalls auf dem Netzauftritt von camstudio.org zur Verfügung stehen, in den Windows-Systemorder „x:\windows\system32\“ kopiert werden.
Anschließend kann im entsprechenden Ordner die Aufnahmesoftware durch Doppelklick auf „Recorder.exe“ gestartet werden. Im Menü unter „Options – Language“ kann „CamStudio“ auch auf eine deutsche Benutzeroberfläche umgestellt werden, dazu ist allerdings ein Neustart der Applikation notwendig. Ebenso können Tastaturkürzel zum Starten oder Beenden einer Aufnahme im gleichen Menüeintrag unter „Keyboard Shortcuts“ editiert und aktiviert werden.

Die Autopan-Funktion ermöglicht auch Videos mit kleineren Auflösungen, bei der das Bewegtbild dem Cursor folgt.
„CamStudio“ besitzt verschiedene Modi, so kann etwa der gesamte Bildschirm oder nur ein Teil davon aufgenommen werden.

Über den Button “Select” kann die Aufnahmefläche des Bildschirms bequem “gezeichnet” werden.

Über den roten Aufnahmen-Button kann die Bildschirmaufzeichnung gestartet werden, alternativ ist dies auch über individuell festlegbare Tastenkürzel möglich.

Ein Info-Fenster gibt Übersicht über die Performance von CamStudio, etwa der FPS-Rate.

Ist die Aufnahme beendet, kann das Video in einem beliebigen Ordner abgespeichert werden.
Download: Camstudio, ZIP, Windows, Standalone + Systembibliotheken
2. AVI in FLV konvertieren
Wurde ein passendes Video im AVI-Containerformat abgespeichert muss es zunächst in das FLV-Format, einem speziell für das Internet konzipierten Videotyp, konvertiert werden, hier empfiehlt sich die Freeware Riva FLV Encoder (Version 2), welche eine übersichtliche, deutschsprachige Programmoberfläche besitzt und über eine herkömmliche Setup-Routine installiert wird. Mit dem Riva FLV Encoder können Bitrate, Videoauflösung und Audioqualität komfortabel justiert werden, über den Button „Encodieren“ wird schließlich die FLV-Ausgabe angeschoben, die in einem beliebigen Ordner gespeichert werden kann.

Riva FLV Encoder: Leicht zu bedienendes Konvertierungs-Werkzeug
Download über Chip.de: Riva FLV Encoder 2.0, Installer, Windows
3. Einbinden in den eigenen Netzauftritt
Um das erstellte FLV-Video auf der eigenen Webseite zu Veröffentlichen, braucht es noch einen entsprechenden Player, von denen mehrere freie Variante im Netz zu finden sind. Für bestimmte Systeme wie etwa Wordpress stehen vorgefertigte Module bereit, die diesen Prozess vereinfachen wollen. Im Test wurde der FLV Flash Fullscreen Video Player verwendet, welcher zahlreiche Funktionen wie Vollbildmodus, verschiedene Bedienelemente, das Einbinden von Untertiteln über einen XML-Datei oder eine Vorschaubildfunktion besitzt. Das Einbinden kann entweder über die URL, als eingebettetes Video (wie im Beispiel) oder über einen I-Frame erfolgen.

Das Einbinden von FLV-Dateien über frei im Netz verfügbare Player ist zwar mit kleiner Code-Arbeit verbunden, aber prinzipiell auch für HTML-Laien machbar.
Download: FLV Flash Fullscreen Video Player
Deutschsprachige Anleitung: video-flash.de
| Praxis Internet | 31. März 2008 3781 x gelesen Schlagwörter: avi in flv konvertieren, bildschirmaufnahmen, camstudio, freeware, video fürs web
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