Er ist schlank, leicht und zum Kampfpreis um die 300,- Euro seit knapp einem Monat endlich auch in Deutschland erhältlich: Die Presseberichte rund um den Asus Eee PC sind dabei mindestens genauso lang wie die derzeitigen Lieferzeiten. Doch was leistet der Linux-Winzling in der Praxis?
Eines tut der Eee PC auf jeden Fall – er fällt auf. Kaum ein anderes Testgerät zog die Aufmerksamkeit so schnell auf sich wie Asus’s Mini-Notebook. Vor allem die Frage eines Kollegen verursachte Schmunzeln: „Dein neues Handy?“ Tatsächlich ist der Eee PC mit seinen Abmessungen von 23 cm x 16 cm x 3,7 cm (BxTxH) erstaunlich kompakt, auch wenn er nicht in einer Jeans verstaut werden kann, so passt er doch definitiv in ein Damentäschchen, mit den inzwischen neben Weiß und Schwarz erhältlichen Farbvarianten Blau, Grün und Pink erfüllt er auch durchaus gehobene WAF-Ansprüche (Woman Acceptance Factor).
Im Inneren des einzigen in Deutschland erhältlichen Modells des Asus Eee PC, 4G , werkelt ein gedrosselter Intel Celeron M mit 633 MHz, dem 512 MByte DDR2-667 Arbeitsspeicher und ein fest verlöteter Flash-Speicher mit einer Kapazität von 4 GByte zur Seite stehen. Dazu gesellen sich WLAN (802.11a/b/g), 100-MBit-LAN und das 7,1-Zoll breite Display, das eine Auflösung von 800×480 Pixel besitzt. Eine Kamera mit 0,3 Megapixeln Auflösung an der Oberkante des Displays ermöglicht Videotelefonie über das vorinstallierte Skype, benötigt allerdings eine sehr helle Umgebung für zufriedenstellende Ergebnisse. Auf ein optisches Laufwerk muss man bei derlei Kompaktheit verzichten. Vorerst ist der Eee PC in Deutschland nur mit einer speziellen Linux-Distribution von Xandros erhältlich.



Aufbau und Haptik
Auf der linken Seite (von vorne betrachtet) befindet sich ein USB- und Netzwerkanschluss, sowie ein Kopfhörerausgang und ein Mikrophoneingang. Auf der gegenüberliegenden Seite gibt es einen Kartenleser (SD, MMC, SDHC/MS), zwei USB-Anschlüsse sowie den VGA-Ausgang mit 1280×1024 Pixel Auflösung, mit dem der Eee PC auch als Präsentationszuspieler für Projektoren dienen kann.
Aus Sicht von Windows-Nutzern fällt der schnelle Systemstart auf: Schon nach knapp 20 Sekunden erscheint der für das nur 7,1-Zoll große Display optimierte Xandros-Linux-Desktop. Das Handling ist dabei zunächst gewöhnungsbedürftig: Mit der kleinen Tastatur mag man noch Leben können, aber das ungenaue Touchpad stört schon mehr – auch wenn sich andere Notebook-Hersteller in diesem Bereich ebenfalls nicht immer mit Ruhm bekleckern. Eine Scrollleiste am rechten Rand des Touchpads ist ebenfalls vorhanden, in der Praxis aber schlecht bedienbar – zumindest für Erwachsenenhände. Die Mausersatztasten wirken labil, auch hier braucht es etwas Eingewöhnungszeit für eine annehmbare Nutzung. Menschen mit großen Fingern sollten wenn möglich einen Vorabtest beim örtlichen Händler machen.





Software
Der integrierte Speicherplatz von 4 GByte wird fast zur Hälfte vom vorinstallierten Linux belegt – allzuviel Platz für zusätzliche Gimmicks und Anwendungen bleibt also nicht, es sei denn, man rüstet das Gerät mit preiswerten Flash-Speicherkarten (Kartenleser) nach.
Die Oberfläche des Linux-Desktops ist gut gelungen und ermöglicht trotz winzigem Display das schnelle Navigieren zwischen den knapp 40 Anwendungen,
schade nur, dass die vorinstallierte Software nicht immer dem aktuellen Stand (z.B. Mozilla Firefox) entspricht und die deutschsprachige Übersetzung etwas holprig wirkt.
Wer darüber hinaus Software installieren möchte, kann leider nicht mit dem gewohnten Komfort – zumindest als Windows-Umsteiger – rechnen: Das Lesen von langen Anleitungen ist notwendig, um etwa den VLC-Media-Player nachzurüsten. Dafür können aber kleinere 3D-Spiele wie „OpenArena“ mit dem entsprechenden Linux-Know-How nachgerüstet werden und sehen auf dem 7,1-Zöller durchaus annehmbar aus – wäre da nicht die hakige Steuerung über das Touchpad.


Die Anwendungen gestalten sich vielfältig und teilen sich in insgesamt sechs große Rubriken (Internet, Arbeiten, Lernen, Spielen, Einstellungen, Favoriten) ein, ein Startmenü kann mit etwas Handarbeit nachgerüstet werden. Im normalen Office-Betrieb hält der Akku des Eee PC knapp drei Stunden durch, um einen leeren Akku voll aufzuladen braucht es aber mindestens vier Stunden im laufenden Betrieb – dafür ist der Energiespeicher leicht auswechselbar – für Vielreisende lohnt unter Umständen die Anschaffung eines noch nicht als Zubehör lieferbaren Zweitakkus.
Fazit:
Asus eröffnet mit seinem Eee PC den Reigen (vom in Deutschland nicht erhältlichen OLPC mal abgesehen) preiswerter und abgespeckter Mini-PCs, dem noch in diesen Jahr zahlreiche weitere Hersteller folgen wollen. Mit unter einem Kilo Gewicht und ultrakompakten Abmaßen ist der Eee PC vor allem als Schreibstube und Internet-PC für unterwegs praktisch, einen vollwertigen PC kann er aber nicht ersetzen. Mit dem auf das winzig wirkende 7,1-Zoll-Display angepassten Linux bringt er zahlreiche kleine Anwendungen aus der Open-Source-Welt mit, anspruchsvollere Arbeiten wie Bildbearbeitung geschweige denn halbwegs aktuelle 3D-Spiele oder Videoschnitt sind hingegen nicht möglich, auch das Aufrüsten mit neuer Software gestaltet sich nicht immer einfach.
Dennoch ist die zur Verfügung stehende Software reichhaltig, mit dem von Asus geplanten Jahresabsatz von fünf Millionen Stück hält das freie Betriebsystem Linux endlich auch in Bevölkerungsschichten Einzug, die vorher vielleicht beim Konkurrenten aus Redmond verharrt wären. Dank Flash-Platte ist der Eee PC zwar relativ robust gegen äußere Widrigkeiten, mit gerade einmal 4 GByte, von denen schon knapp die Hälfte das vorinstallierte Linux benötigt, können größere Bildermengen bzw. Video- oder Audiomaterial nur begrenzt aufgespielt werden – dafür ist jedoch das Nachrüsten mit preiswerten Flash-Speicherkarten möglich.
Auf jeden Fall ist der Eee PC ein interessantes Stück Technik, der Wunschzettel für die nächste Eee-Generation steht allerdings ebenfalls schon fest: Ein größeres Display mit 1024er-Bildschirmauflösung, mehr Speicherplatz und die Überarbeitung des hakigen Touchpads – wer mit diesen Einschränkungen leben kann, bekommt ein wirklich innovatives Gerät zum günstigen Preis, auch wenn man inzwischen für einen vollwertigen Einsteiger-Laptop mit Windows (allerdings deutlich schwerer und größer) nur 200,- Euro mehr zahlen muss.
Nützliche Netzauftritte zum Asus Eee PC:
wiki.eee-pc.de (deutsch)
eeewiki.org (engl.)
kimsooil.com/albatross (engl.)
eeepc.de (deutsch)
forum.eeeuser.com (engl.)
Bildergalerie: Software zum Asus Eee PC
Viel Speicher und eine gehobene Multimedia-Ausstattung möchte das vom Hauslieferanten Medion stammende AKOYA MD 96640 bieten, welches ab Montag in den Filialen von Aldi Nord und Süd erhältlich ist.
Von einem knapp 50 Euro teuren Netzteil der Firma LC-Power erwartet man eigentlich Qualität. Die bekommt man rein technisch betrachtet auch durchaus, dennoch lässt die deutschsprachige „Verpackungs-Übersetzung“ nicht nur bei pedantischer Betrachtung zu wünschen übrig. „Deutsch“ bleibt halt eine schwierige Sprache…
Es ist immer wieder unfassbar, in welchem “Universum der Phantasie” manch gestresster PC-Bastler doch schwebt. So betreibt Markus Leonhardt seinen Celeron 550 MHz mit 192 MB RAM, einer GForce 5200 sowie Mainboard und Netzteil in einem ausrangierten (vermutlich 80 Liter fassendem) Aquarium, das mit Öl gefüllt wurde.
Hallo,
und dann noch dieser Anleitung folgen http://forums.themodshop.net/index.php?topic=116.0wer Linux nicht mag kann Windows XP einfach auf eine SD-Karte installieren. http://www.eeepcnews.de/2007/12/28/xp3esd-utility-installiert-windows-xp-auf-sd-karte/
damit die Auflösung richtig angezeigt wird.
Viel Spaß beim Ausprobieren. am 26 Februar 2008, 12:17.