Moderne Lithiumionenakkus sind einer der Achillesfersen für mobile Geräte und deren Laufzeit. Bei entsprechend sorgfältiger Pflege lässt sich die Lebensdauer der – zuletzt oft in negativen Schlagzeilen stehenden – Energiespeicher verlängern und teure Neuinvestitionen damit zumindest vorübergehend vermeiden.
Im Gegensatz zu den aus der Mode gekommenen Nickel-Metallhydridzellen besitzen Li-Ion-Akkus eine verhältnismäßig geringe Selbstentladung (je nach Hersteller unterschiedlich, etwa 8 Prozent gelten als Richtwert).
Wird der Akku längere Zeit nicht benötigt (zum Beispiel im Urlaub), ist es sinnvoll, ihn aus dem Laptop zu entfernen und möglichst kühl (etwa 15 Grad) zu lagern. Grundsätzlich wird von einer Entladung des Akkus unter 40 Prozent der Gesamtkapazität abgeraten, bei längerer Lagerung ist es also notwendig, den Akku in gewissen Abständen (einen bis mehrere Monate) nachzuladen. Auch eine Lagerung im Kühlschrank (keine Gefriertruhe!) erfüllt die Bedingung niedriger Temperaturen, ein handelsüblicher Gefrierbeutel schützt vor Kondensationsbildung.
Gewichtige Faktoren: Ladezyklen und Wärmeentwicklung
Zwar lässt sich die natürliche Alterung eines Li-Ion-Akkus nicht unterbinden, doch gerade erhöhte Temperaturen können den chemischen Zerfallsprozess (Oxidation) beschleunigen. Im Netzbetrieb ist es deshalb ratsam, den Akku zu entfernen und kühl zu lagern – je weniger Ladezyklen benötigt werden, umso länger hält in der Regel auch der Lithiumionenakku (Ein Ladezyklus gilt im Übrigen auch als „verbraucht“, wenn die Batterie bei einer Kapazität von 80 Prozent wieder aufgeladen wird). Sinkt im Akkubetrieb die Kapazität deutlich unter 20 Prozent sollte das Gerät schnellstmöglichst ans Netzteil angeschlossen und – wenn möglich – in einem Atemzug wieder vollständig aufgeladen werden. Das Auffrischen eines fast leeren Akkus ist leider nicht in 30 Minuten abgehandelt, bei den meisten Modellen benötigt man dafür 2 bis 3 Stunden.
Problemfall Ausbau
Nicht zu unterschätzen sind die (möglicherweise auftauchenden) Probleme beim Ausbau des Akkus: Manche Klapprechner verlieren ohne Stromspeicher ihre Standfestigkeit, einige Hersteller bekleckern sich durch abenteuerliche und meist instabile Akku-Halterungen an der Unterseite eines Notebooks nicht gerade mit Ruhm.
Wahres Alter
Auch bei schlampiger Pflege halten die meisten Lithium-Ionen-Akkumulatoren in etwa zwei Jahre. Entscheidend ist dabei jedoch nicht das Datum des Rechnerkaufs, sondern das Herstellungsdatum des Akkus – mit etwas Glück hilft hier eine Nachfrage beim Händler, eventuell verrät auch die Typbezeichnung der Akku-Plasteverkleidung das exakte Alter.
Fazit: Der Einfluss einer anständigen Akkupflege auf die Lebensdauer des elektrochemischen Energiespeichers sollte zwar nicht dramatisiert werden, mit einigen praktischen Regeln wie kühler Lagerung bei etwa 40 Prozent Kapazität, dem Ausbau des Akkus bei permanenten Netzbetrieb sowie dem Vermeiden unnötiger Ladezyklen bei vorhandener Kapazität kann man jedoch deutlich länger Freude am mobilen Wegbegleiter haben. Ein elementarer Faktor für die Lebensdauer eines Lithiumionenakkus ist im Übrigen auch die Herstellerqualität – auf die der Endanwender aber letztlich wenig Einfluss hat.
Linktipp: Computer-Richter.de
Wikipedia: Lithium-Ionen-Akkumulator
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