Wie eng Freud und Leid in der digitalen Spielebranche beieinander liegen, zeigt die rückblickende Historie von SEGA, der einstigen Branchengröße im Videospiele- und Konsolenbereich.

Langer Aufstieg
Das Namenskürzel SEGA steht im Übrigen für „Service Games of Japan“, eine Firma, die zunächst mit dem Import von Spiel- und Musikautomaten für die auf der Insel stationierten US-Truppen ihre Brötchen verdiente. Mit dem 1966 entwickelten Spielautomaten „The Periscope“ landet das Unternehmen seinen ersten großen Erfolg, mit dem sich SEGA auch in Europa und Amerika etablieren kann. 1982 feiert die Firma mit der Videospielkonsole SG-1000 ihr Debüt in heimischen Wohnzimmern und bringt einige technische Neuentwicklungen, etwa das Laser-Disk Spiel „Astro Belt“ oder „SubRoc-3D“, das erste 3D-Spiel, auf den Weg. Der Umsatz steigt auf über 200 Millionen US-Dollar. Nach dem „Videospielecrash“ 1983 schließt sich SEGA mit SEGA Japan und der „CSK-Corporation“ zur SEGA Enterprises Ltd. zusammen. Bis Anfang der 90er Jahre bringt SEGA mit dem Master System und seinem Nachfolger sowie dem SEGA Mega Drive, der in Übersee unter dem Namen „Genesis“ vermarktet wird, drei durchaus erfolgreiche Konsolen auf den Markt. Letzterer wurde mit dem 16 Bit Chip 68000 von Motorola betrieben und sollte insbesondere der heimischen Konkurrenz aus dem Hause Nintendo Paroli bieten. Schlussendlich hatte sich SEGA in Europa sowie Amerika mit dieser Konsole Anfang der 90er Jahre etabliert.


KULT: Sonic der Igel
Zum Erfolg von SEGA trugen dabei nicht nur die innovativen technischen Features bei, sondern vor allem ausgefallene und gut gemachte Spiel-Umsetzungen. Zur Messlatte des Unternehmens wurde dabei „SONIC“, der sich in liebevoll inszenierten Welten einen schier endlosen Wettstreit gegen Dr. Eggman (in einigen europäischen Versionen: Professor Ivo Robotnik) lieferte und 1990 das bisherige SEGA-Maskottchen „Alex Kid“ ablöste. Die „Jump-and-Run“-Abenteuer des blauen Igels überzeugen dabei nicht nur durch ihre vielfältigen Level, sondern auch durch ihre gewaltfreie Originalität und einem extraordinären Soundgespann.

Selbst 16 Jahre nach der Erstveröffentlichung 1989 existiert noch immer eine aktive Fangemeinschaft rund um den Globus, Emulatoren und sogenannte „ROMs“ ermöglichen „SONIC“ das digitale Fortbestehen – und dass auch in Zeiten brachialer Gigahertz-Rechenmonster. Eine mögliche Anlaufstelle für Emulatoren und Konsolenhits aller Coleur ist dabei die Weltnetzseite rom-world.com, die neben kostenfreien PC-Emulatoren für das SEGA Master System, SEGA Genesis und SEGA Saturn auch eine Vielzahl anderer Hersteller, beispielsweise Nintendo oder Atari berücksichtigt. Die nachfolgende Liste enthält einige Verweise zu den beliebtesten SEGA-Emulatoren und verschiedenen kostenfreien SONIC-Versionen.
Emulatoren SEGA (rom-world.com):
SEGA GenesisLangsamer Abstieg
Mit den 1992 und 1993 ohne echten Erfolg eingeführten Erweiterungen für Sega’s Megadrive begann der lange aber stetige Abstieg des Unternehmens. 1994 war der Auftakt der neuen Spielekonsole „SEGA Saturn“ in Japan, die anfangs sogar die Absatzzahlen der neuen Playstation von Sony überflügelte. Insgesamt betrachtet war die „Saturn“ dennoch ein teurer Flop. Auch die nachfolgende Generation, die als „SEGA Dreamcast“ Ende 1998 erschien, konnte nicht an alte Erfolge anknüpfen. 2001 gab SEGA dem Konkurrenzdruck nach und stieg konsequenterweise aus dem Konsolengeschäft, in dem sich inzwischen neben Konsolenhersteller-Veteran Nintendo sowie Sony auch Neuling Microsoft mit der „XBOX“ tummelte, aus. SEGA produziert allerdings weiterhin Spielesoftware für die Playstation II sowie einige andere Spielkonsolen und den PC. Wie schwerwiegend das Versagen eines einzigen Produktes in der Spielbranche wirken kann, zeigt das Beispiel SEGA dennoch deutlich auf.
Quellen und Links:
http://rom-world.com/
http://www.segaforever.de/sega/history/history3.shtml
http://www.sonicadventure.net/
http://de.wikipedia.org/wiki/Sonic
http://de.wikipedia.org/wiki/Sega_Mega_Drive
http://de.wikipedia.org/wiki/Sega_Master_System
http://de.wikipedia.org/wiki/Sega
„Harpooned“ will auf die umstrittenen Methoden des „Institute of Cetacean Research“ aufmerksam machen: Unter dem Vorwand des Fangs zu „wissenschaftlichen Zwecken“ landet noch immer Walfleisch in den Theken japanischer Supermärkte.
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