Der US-Einzelhandelskonzern Wal-Mart bietet derzeit ein preisgünstiges 200-Dollar-System auf Basis des VIA C7-D-Prozessor (1,5 GHz, 512 MB DDR2 RAM, 80 GByte Festplatte) in seinem Onlineshop an. Statt Microsoft Windows setzt Hersteller Everex aber als Betriebssystem auf „gOS“ – eine leichtgewichtige Linux-Distribution auf Ubuntu-Basis. Was „gOS“ alles kann und wie man es auf einem normalen PC zum Laufen bringt, verrät der nachfolgende Beitrag.
Für Microsoft weht derzeit ein rauer Wind: Zwar sind die Redmonder mit Windows noch immer die unangefochtene Nummer Eins im Markt für PC-Betriebssysteme, doch Apple hat mit Mac OS X „Leopard“ Boden gutgemacht, insbesondere die „Time Machine“ als einfache Backup-Funktion sei hier hervorgehoben. Auch Linux kann bei leistungsschwacher Hardware punkten, so laufen OLPC oder der Asus Eee PC auf Basis der freien Unix-Abkömmlinge.
„gOS“ (green Operating System) ist – im Gegensatz zu anderen Behauptungen – kein „GoogleOS“ sondern das Ergebnis eines kleinen Entwicklerteams aus Los Angeles. Allerdings deutet die Namensgebung bereits auf einige Alleinstellungsmerkmale hin: „gOS“ setzt massiv auf so genannte „Web 2.0“-Applikationen, also Anwendungen, die nicht mehr vom heimischen PC sondern über das Internet zur Verfügung gestellt werden. Mit „GMail”, „Google Calendar”, „Google Maps“, „Google News“, „Google Product Search“, „YouTube“ sowie dem Online-Office-Paket „Google Docs and Spreadsheets“ sind allein sieben Produkte des amerikanischen Suchmaschinen-Primus vertreten, die über den mitgelieferten Firefox-Browser genutzt werden können. Als weitere Applikationen stehen „Meebo“ (Chat), „Skype“ (Telefonie), „Blogger“ (Blog), „Wikipedia“ (Lexikon) sowie „Facebook“ (Social Networking) zur Verfügung – genaugenommen handelt es sich dabei um simple Desktop-Links.
Wer dem Datenschutz der genannten Online-Anwendungen nicht trauen mag, kommt mit „OpenOffice“, „Gimp“ (Bildbearbeitung), der Videowiedergabe-Lösung „XING“ und dem Musikspieler „Rhythmbox“ auf seine Kosten. Über den „Synaptic Package Manager“ können aber auch – wie von Ubuntu gewöhnt – viele Applikationen (z.B. Amarok) nachgerüstet werden. „gOS“ wird unter einer Creative-Commons-Lizenz zur Verfügung gestellt.
Test mit Microsoft Virtual PC 2007
Um „gOS“ auf dem heimischen PC auszuprobieren genügt es, die entsprechende ISO-Datei auf einen CD-Rohling zu verfrachten und anschließend von dieser zu Booten. Die zweite, hier erläuterte Möglichkeit, besteht darin, über eine Virtualisierungslösung wie „Microsoft Virtual PC 2007“ (Freeware) oder dem „VMware Player“ (Freeware) das komplette System unter Windows XP zu testen. Dazu zunächst einen virtuellen PC einrichten und das ISO-Image als „CD-Laufwerk“ einrichten. Im Testbetrieb funktionierte die Mausunterstützung leider nur mit einem Trick: Beim Systemstart die Funktionstaste F6 betätigen und als zusätzlichen Parameter „i8042.noloop“ angeben – dann funktioniert es auch mit dem Cursor (siehe Abbildung).
Download: „gOS“, Version 1.0.1, ISO, 694 MByte
Netzauftritt: thinkgos.com
Bilderstrecke: „gOS“ – schlanke Ubuntu-Variante
Um die gröbsten Löcher im hauseigenen Betriebssystem Windows zu stopfen, greift Microsoft seit kurzem zu einer eher ungewöhnlichen Vorgehensweise: Als kostenfreies „Microsoft® Windows®-Tool zum Entfernen bösartiger Software“ umschreiben die Redmonder ihren rudimentären Virenscanner, der immerhin über 70 der weitverbreitetsten Softwareschädlinge von A wie „Atak“ bis Z wie „Zotob“ auf dem heimischen PC eliminieren soll. Ist das – trotz des seltsam anmutenden Namens – der Anfang vom Einstieg in den knapp 7,4 Milliarden US-Dollar (Gartner 2005) schweren Markt für Sicherheitssoftware?
Einfache Bildschirmfotografien lassen sich unter Windows bekanntlich mit der „Druck-Taste“ am rechten oberen Tastaturbereich bewerkstelligen. Um jedoch ein gesamtes Pixelbild scrolllastiger Webseiten abzuspeichern, ist von dieser umständlichen Vorgehensweise abzuraten. Abhilfe schafft die Mozilla-Firefox-Erweiterung „Screen grab!“.
Der VLC Media Player ist ein schnelles und kompromissloses Videoabspielgerät für den Personal Computer: Er besticht nicht nur durch die große Anzahl der unterstützten Video- und Audioformate (MPEG-1, MPEG-2, MPEG-4, DivX, mp3, ogg, DVD, SVCD, VCD), sondern kann ferner auch als VideoStreaming-Client fungieren. Selbst nur partiell kopierte Videostücke oder beschädigte Dateien aus diversen Tauschbörsen verschlingt dieser Alleskönner ohne Probleme.
Ich habe gOS unter Vmware
am 10 Februar 2008, 19:10.laufen, habe aber kein Passwort um neue Sachen zu installieren. Wo bekomme ich es her?