Karikaturstreit

Der Streit um die Karikaturen, die von der dänischen Zeitung Jyllands Post veröffentlicht wurden, spitzt sich inzwischen auf recht abenteuerliche Weise zu. Insbesondere verleitet die aktuelle Debatte vorschnell zum Untermauern ideologischer Standpunkte. Auf beiden Seiten versteht sich. In Europa hätte man wahrscheinlich vor 100 Jahren auf die Verunglimpfung religiöser Inhalte nicht anders reagiert, als dies heute die Moslems, oder zumindest ein Teil davon, tun. Aber das Europa der Gegenwart ist nun einmal als freiheitlicher zu Erachten als das Europa der Jahrhundertwende. Hierzulande wurde niemand gezwungen, die Zeitung samt ihrer Abbildungen zu kaufen. Statt dessen werden im Nahen Osten Menschen, die eigentlich beim Aufbau des Irak oder des Palästinenserstaates zur Hand gehen wollten, verschleppt und möglicherweise gar getötet – natürlich im Namen des Propheten Mohammed. Satire hat sich in Europa über Jahrzehnte hinweg zu einer Alltagskultur entwickelt, die man nicht einfach, auch aus religiösen Gründen, zensieren darf. Ob es nun notwendig ist oder war, die Karikaturen auf Titelseiten namhafter Zeitungen abzudrucken, sei dahingestellt. Die Reaktionen in der muslimischen Welt beziehungsweise Teilen davon sind jedoch im Vergleich zu deren Reaktionen zum Verschleppen und Ermorden von Menschen durch Terroristen vollkommen überzogen und realitätsfremd.

Karikaturstreit

Quo Vadis?

| | 3. Februar 2006 3713 x gelesen

Waren diese Informationen hilfreich?

  • Currently 4.50/5
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5

Rating: 4.5/5(2 votes cast)

Artikel als Lesezeichen speichern:

Mister Wong del.icio.us Yahoo MyWeb Google Technorati Furl YiGG Taggle Folkd BlinkList Linkarena

Folgende Artikel könnten ebenfalls ihr Interesse wecken:


Wo man in der Geiz-ist-Geil-Gesellschaft nicht sparen sollte

Bett: Sie verbringen ca. 1/3 ihres primitiven irdischen Daseins im Bett. Wer hier spart, ist nicht nur blöd, sondern bekloppt. Kaufen sie sich etwas vernünftiges und vor allem stabiles, schließlich wollen sie ja auch ab und zu mal im Bett oder auf der Bettkante poppen.

...mehr darüber! veröffentlicht am 21. Juli 2005 in den Themengebieten Kommentare

Rückblick CeBIT 2006:

foobar2000 Unter der Parole „Join the Vision“ startete am 08. März die CeBIT 2006 in Hannover –
diesen Mittwoch endete Sie. Dabei kann man sogar auf ein kleines Jubiläum zurückblicken, denn seit 20 Jahren zeigt die größte Computermesse der Welt zukunftsweisende Trends und Technologien der Informations- und Telekommunikationsbranche auf. Zwar kamen zur diesjährigen Messe mit 450.000 Besuchern knapp 45.000 Menschen weniger als im letzten Jahr, trotzdem blieb die Ausstellerzahl stabil bei 6262, über die Hälfte davon aus dem Ausland. Der visuelle Rückblick von zarathustra.6x.to bietet einen kleinen Ausschnitt an aktuellen Trends und kuriosen Ausstellungsstücken:

...mehr darüber! veröffentlicht am 18. März 2006 in den Themengebieten Kommentare

Satire: Scheiße, Wind und Sonne

foobar2000Bei der Planung eines „zukünftigen nationalen Energiekonzepts“ zeichnet sich offenbar eine Lösung ab: In Regierungskreisen einigte man sich laut Insiderinformationen auf die Formel E= S+W+S (nicht zu verwechseln mit SemesterWochenStunden), oder: Zukünftige Energieträger sind Scheiße (Biomasse), Wind und Sonne.

...mehr darüber! veröffentlicht am 28. März 2006 in den Themengebieten Kommentare

Leserkommentare

Artikel kommentieren