iTunes 7 unter Windows Vista

Apple’s selbsternanntes “Entertainment-Center” – nicht nur für Musikdateien – wartet mit interessanten visuellen Effekten wie der “Cover Flow Darstellung” auf und möchte sich mit Videowiedergabe, Internet-Radio- und TV sowie Podcasting als heimische Medienzentrale etablieren. Ob das mit iTunes 7 auch bei dem recht breit gefächerten Konkurrenzangebot unter Windows Vista funktioniert?

iTunes 7: Die schicke Cover Flow Darstellung im Vollbildmodus

Die aktuelle Version (7.3.1.3) steht für Windows 2000 als auch Windows XP/Vista kostenfrei zur Verfügung. Apple selbst gibt auf dem iTunes-Netzauftritt als minimale Systemvoraussetzungen (ohne Videofunktion) recht optimistische 256 MByte RAM sowie einen Prozessor mit 500 MHz an – im Praxistest unter Windows Vista Business (64 Bit) erwies sich selbst ein verhältnismäßig schneller AMD Athlon 64 3500+ mit 1 GByte Arbeitsspeicher und nForce4-Board als eher schwachbrünstiger Hardware-Begleiter. Vor allem für die neue “Cover Flow Darstellung” braucht es ordentlich Prozessor-Power – ein zeitgemäßer Dual-Core-Chip sollte es daher für angemessene Performance schon sein.

Schon vor dem Download bietet Apple diverse “Informationsangebote” an – diese müssen weder zwingend aktiviert (Häkchen setzen) noch braucht eine E-Mail-Adresse angegeben werden, ein Klick auf den Button “iTunes 7.3.1 kostenlos laden” genügt (siehe Bild).

iTunes 7: Zum Download braucht man weder E-Mail-Adresse angeben noch Verbrauchertipps abrufen

Wer auf seinem System bereits QuickTime oder eine ältere Version von iTunes installiert hat, sollte beide entweder komplett deinstallieren oder die aktuelle Version als Update manuell einpflegen – dennoch wollte sich iTunes 7 unter Windows XP partout nicht zur Vollendung der Installation überreden lassen, da sich ältere QuickTime-Komponenten nicht entfernen ließen.

Nach der recht langwierigen Setup-Routine startet die Software auf Wunsch automatisch, anschließend fragt ein Pop-Up-Fenster, ob iTunes als Standard-Wiedergabeinstrument für die unterstützten Audio-Formate dienen soll.

Apple’s Medienzentrale unterstützt Audiodateien in Form von MP3, dem hauseigenen AAC, Apple Lossless, AIFF sowie WAV. Alternative Formate wie FLAC (Lossless), APE, MPC oder OGG werden nicht unterstützt.

Die Benutzeroberfläche im typischen “Apfelgrau” wirkt elegant und übersichtlich. Auf der linken Seite befindet sich die “Mediathek”, über die einzelne Funktionen (Musik, Filme, Fernsehsendungen, Podcasts und Radio) abgerufen werden können. Zusätzliche, kostenpflichtige Inhalte lassen sich nach der Anmeldung im “iTunes Store” abrufen, auf Wunsch werden dabei auch fehlende Cover der vorhandenen Musiksammlung ergänzt.

iTunes 7: Das Musikarchiv ist übersichtlich und lässt sich in insgesamt drei Darstellungsmodi anzeigen

Wenn das Hauptaugenmerk auf der Musikwiedergabe liegt, lässt sich zwischen drei Anzeigemodi (Listendarstellung, Albumdarstellung, Cover Flow Darstellung) wählen. Mit letzterem lässt sich – ähnlich wie in einem CD-Regal – bequem durch das Musikarchiv (Scrollrad oder Pfeiltasten links, rechts) zappen. Außerdem steht für die “Cover Flow Darstellung” auch ein Vollbildmodus (Button rechts) zur Verfügung. iTunes besitzt zusätzlich einen 10-fach Equalizer (“Anzeigen” – “Equalizer einblenden”), der entweder über die bereits vorhandenen Voreinstellungen oder nach individuellen Gutdünken konfiguriert werden kann.

Für die passende Hintergrundbeschallung neben der Arbeit kann auch einer der unzähligen Internet-Radiosender sorgen – hier verfügt iTunes 7 über ein umfangreiches, von A wie Alternative bis R wie Rock wohlgeordnetes Angebot. Praktischerweise werden dabei auch Bitrate und Kommentare angezeigt. Wem das Radioangebot nicht ausreichend erscheint, kann zusätzlich tagesaktuelle Audioschnipsel, auch als “Podcasts” bezeichnet, teilweise kostenfrei (zum Beispiel das Musikmagazin “Sputnik”) über den iTunes Store beziehen.

iTunes 7: Internet-Radiosender im Überfluss: Nach Genre sortiert verliert man selbst bei hunderten Einträgen nicht so schnell den Überblick

iTunes 7: Auch Podcasts lassen sich aus dem iTunes Store - teilweise kostenfrei, teilweise kostenpflichtig - abrufen

Die teilweise recht stark schwankende Lautstärke einzelner Audiodateien lässt sich mit iTunes unter “Bearbeiten” – “Einstellungen” Reiter: “Wiedergabe”, “Lautstärke anpassen” automatisch (auch unter dem Begriff “Gapless Playback” bekannt) einpegeln. iTunes verfügt außerdem über einen integrierten CD-Ripper, ermöglicht das schnelle Backup des heimischen Musikarchivs (“Datei” – “Sicherheitskopie auf Speichermedium”) und über vielfältige Möglichkeiten, Wiedergabelisten anzulegen und zu verwalten.

Fazit: Die nunmehr siebte Version von Apples beliebter Musiksoftware macht keinen schlechten Eindruck, besitzt umfangreiche und doch gut erreichbare Funktionen – darunter sogar eine Kindersicherung. Für diejenigen, die mit MP3 oder AAC gut Leben können, lohnt ein Blick auf iTunes 7 allemal.

Download: iTunes 7.3.1.3, Windows XP/Vista, 47,7 Mbyte

| | 17. Juli 2007 12363 x gelesen Schlagwörter: apple, cover flow, itunes, itunes 7, musikverwaltung, windows vista

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