„World Wind“ ist ein kostenfreier 3D-Globus der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA und seit Mai in Version 1.3.4 erhältlich. In punkto Auflösung kann die Software zwar nicht durchgehend mit ihrem Pendant „Google Earth“ mithalten, dafür lädt „World Wind“ zu einem virtuellen Ausflug quer durch das Sonnensystem ein und eignet sich obendrein für die Verwendung im Schulfach Astronomie.
Um die dreidimensionale Darstellung, die neben Mutterplanet Erde auch Venus, Mars, Jupiter und Saturn sowie diverse Monde der großen Gasriesen umfasst, auf den PC-Bildschirm zu projizieren, benötigt die Software eine erkleckliche Hardwareausstattung: Mindestens ein Prozessor der 1-GHz-Klasse, 512 MB Arbeitsspeicher sowie ein schneller DSL- oder Kabelzugang zum Internet sollten es schon sein. Auch Kunden eines Volumentarifs sollten auf der Hut sein, denn 5Gb Transfervolumen sind bei einer theoretisch verfügbaren Gesamtdatenmenge von über vier Terabyte schnell aufgebraucht. Zudem befindet sich eine Liste mit kompatiblen Grafikkarten auf den Internetseiten von worldwindcentral.com, die erforderlichen zusätzlichen Softwarekomponenten wie DirectX 9.0c oder das .NET Framework werden im knapp 60 MB großen Download bereits mitgeliefert.
„World Wind“ bezieht seine Informationen von verschiedenen Satelliten, so stammen die beeindruckenden Landschaftsaufnahmen der Erde von Landsat 7. Ergänzt wurden diese unter anderem von Luftbildern der United States Geological Survey (USGS), die eine deutlich höhere Auflösung als einfache Satellitenbilder bieten. Besonders imponiert außerdem die in 24-Bit Auflösung und aus verschiedenen Satelliten wie MODIS oder Terra generierte „Blue Marble“-Karte der Erde.
Neben unserem Heimatplaneten bietet sich „World Wind“ als umfangreicher Datenpool, beispielsweise über den Mond, an. Hier lassen sich unter anderem die Landplätze der Apollo-Missionen ausfindig machen. Der „Layer-Manager“ unterstützt den Nutzer beim Filtern und Verwalten der Informationen, so lassen sich auf Wunsch eine unzählige Menge an Ortsnamen auf die 3D-Kugel übertragen. Ferner können die vorhandenen Informationsschichten (Layer) mit Plugins erweitern werden.
Im Gegensatz zu Google Earth ermöglicht „World Wind“ auch ausgedehntere Reisen bis hin zum teilweise über 900 Millionen Kilometer entfernten Jupitermond Europa, unter dessen eisiger Kruste einige Wissenschaftler ein riesiges Meer vermuten. Neben Europa stehen dem interessierten Sternenkundler ferner die Jupitermonde Callisto, Ganymede sowie Io zu Verfügung. Auch Saturn kommt mit Kartenmaterial zu den Trabanten Dione, Enceladus, Iapetus, Mimas, Phoebe, Rhea, Tethys sowie Titan daher, wobei letzterer erst im Januar 2005 irdischen Besuch im Rahmen der Cassini-Huygens-Mission bekam.
| Wissen-und-Bildung Software | 21. September 2006 2057 x gelesen Schlagwörter: erde, globus, nasa world wind, planeten, sonnensystem
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