So genannte „Smartphones“ bündeln Mobiltelefon und Organizer in einem Gerät. Mit den passenden Freeware-Tools für Windows Mobile (Windows CE) kann der „Handy-Taschencomputer“ zur „eierlegenden Wollmilchsau“ umfunktioniert werden: Ideenverwaltung, Spiele-Emulator, Stimmgerät, Teeuhr, MPEG4-Wiedergabe oder ein Lebensmittelzusätze-Lexikon sind nur ein winziger Auszug an kostenfreien Werkzeugen, die im nachfolgenden Artikel unter die Lupe genommen werden sollen.

Alle Programme wurden auf der – inzwischen etwas altbackenen – Pocket PC-Plattform „Windows Mobile 2002“ (basiert auf Windows CE 3.0) und einem 206 MHz schnellem ARM-Prozessor mit 64 MByte RAM getestet, sollten jedoch ohne Probleme auch auf den Nachfolgesystemen „Windows Mobile 2003“ und „Windows Mobile 5.0“ laufen. Für manche Programme braucht es auf älteren „Pocket PCs“ allerdings einige Systemupdates, beispielsweise die aktuelle Version von Microsoft’s „Active Sync“ oder das .NET Compact Framework.
Multimedia-Allroundtalent
Im Originalzustand vieler Pocket PCs ist der Windows Media Player zwar mit an Bord, doch wer möchte schon auf liebgewonnene PC-Standardsoftware verzichten? WinamPAQ beispielsweise ist ein Winamp-Klon für den PPC und lässt sich ebenso einfach wie das Desktop-Pendant bedienen. Auch Videos – beispielsweise für öde Seminare oder langweilige Zugreisen – sind auf einem Windows-Smartphone mit dem Gespann „PocketDivXEncoder“ und „TCPMP“ kein Problem. Ersteres Werkzeug dampft dafür zunächst das Videomaterial auf eine angemessen kleine Datengröße und Auflösung ein, „TCPMP“ dient als passender Videoplayer. „PocketDivXEncoder“ etwa reduziert den fast zweistündigen Live-Auftritt der deutschen Heavy-Metal-Band „Rammstein“ im französischen Nimes auf rund 190 Mbyte. Bild- und Tonqualität lassen sich mit dem Video-Konverter individuell anpassen, die Ausgabenamen der Videos werden praktischerweise mit dem Titel „PocketPC“ ergänzt. Für diejenigen, die Filmmaterial auf einem Pocket PC abspielen möchte, empfiehlt sich – je nach vorhandener Hardware – eine Erweiterung mit preiswertem SD- oder MMC-Flashspeicher. Nutzer von Windows Mobile 2002 müssen allerdings mit Speichergrößen bis maximal 1 GByte vorlieb nehmen, neuere Systeme akzeptieren auch größere Karten.



Systemwerkzeuge
Christian Gishler’s Dateimanager „Total Commander“ gehört auf vielen PCs zur Grundausstattung und auch auf einem Pocket PC muss man auf die gewohnten Bequemlichkeiten des „TCM“ nicht verzichten: Die „Pocket-Variante“ bietet sich als Ersatz für den bereits mit Windows Mobile mitgelieferten „Datei Explorer“ an und wartet mit einfacher Suchfunktion und ZIP-Unterstützung auf. Insbesondere auf älteren Pocket PCs gilt es, sparsam mit dem vorhandenen Speicherplatz umzugehen. „Where is my RAM“ – oder kurz „WimR“ – ordnet Verzeichnisse nach ihrer Größe und ermöglicht so einen schnellen Überblick auf speicherintensive Anwendungen des Systems. Unverzichtbar ist auch der Adobe Reader für den Pocket PC : Mit ihm lassen sich PDF-Dokumente wie am PC betrachten, die (leider) nicht immer zuverlässige Konvertierung entsprechender Dokumente übernimmt Adobe’s Lösung selbst.


Emulatoren und Spiele
Totgesagte leben länger: Liebhaber klassischer Sega-Konsolenspiele werden beim Emulator „CE/GG“ fündig. Damit erweckt man selbst den Jump’n’Run-Veteran „Sonic the Hedgehog“ auf dem mobilen Alleskönner zum Leben. Emulatoren für Windows Mobile existieren aber auch für Sega Genesis, Nintendo Gameboy und Super Nintendo.
Selbst betagte DOS-Spiele werden mit „pDosBox“ auf moderner Hardware lauffähig, wenn auch nicht immer mit optimaler Performance. Neben Emulatoren empfiehlt sich als amüsanter Zeitvertreib „Peters Gamebox“ (Tetris, Snake, Ping-Pong u.a.) oder „Redball“ (Geschicklichkeit).




Wissensmanagement und PDF
Die heimische Zettelwirtschaft kann mit dem Einsatz moderner Pocket PCs durchaus ein jähes Ende finden: Mit der intuitiven Eingabe per berührungsempfindlichem Display lassen sich Notizen – einfach und schnell – handschriftlich in digitaler Form verfassen. Leider bietet Windows Mobile 2002 keine Möglichkeit, Notizen nach individuellen Kriterien abzuspeichern geschweige denn zu Sortieren. „Notes Explorer“ und „ADBIdea“ beseitigen dieses Ärgernis und sorgen auch bei vielen Vermerken für Ordnung. Letzteres Werkzeug bietet dabei eine eigene Datenbank, Audioaufzeichnungen, so genannte „Sketche“ (Zeichnungen) und das bequeme Sortieren per Baumstruktur-Diagramm an.


Software für alle Lebenslagen?
Die schiere Anzahl an Pocket-PC-Software ist immens, eben deswegen stellen die nachfolgenden Beiträge auch nur eine exemplarische Auswahl von Werkzeugen für diverse Problemlösungsstrategien dar: Für Liebhaber heißer Aufgussgetränke empfiehlt sich Pete Bradley’s „TeaTimer“. Die sieben Voreinstellungen von „Bengali Chai“ bis „White Tea“ können dabei zusätzlich mit individuellen Zeitangaben gefüllt werden – so kann „TeaTimer“ auch durchaus als „digitale Eieruhr“ dienen. Als Ersatz für den recht simplen Taschenrechner von Windows Mobile empfiehlt sich „Calc98“. Neben dem dezimalen Zahlensystem versteht sich das Multitalent auch auf Binär- und Hexadezimalzahlen. Selbst das antike römische Zahlensystem kann unter „View“ – „Options“ – „Roman“ aktiviert werden. Die Display-Hintergrundfarbe lässt sich gesondert einstellen und selbst Matrizen-Berechnungen sind dem Werkzeug nicht zu schwer.


Für technikaffine Pfadfinder eignet sich der digitale „Sonnenkompass“ Bei guter Wetterlage nordet die Software aus aktueller Uhrzeit und Ortslage (vorprogrammiert sind unter anderem die Landeshauptstädte der sechszehn Bundesländer) den Pocket PC nach der jeweiligen Sonnenstellung ein.


Kein Programm als solches, wohl aber ein sinnvolles Feature für den nächsten Lebensmittel-Einkauf hat TU-Student Frank Steinmetzger erdacht: Das für klein auflösende Displays optimierte HTML-Lexikon „Lebensmittelzusätze“ bringt Licht ins Reich des „E-XYZ“-Makrokosmos und liefert nicht nur für Allergiker brauchbare Informationen. Uhr, Kalender und praktischer Bildschirmschoner in einem ist „DockWare“ von Ilium Software: Individuelle Hintergrundbilder müssen hierbei lediglich in das Installationsverzeichnis von „Dockware“ kopiert werden, anschließend dienen sie als (wechselnde) Hintergrundbild für die digitale Uhr von „DockWare“.


Fazit: Freilich gibt es auch für die „Windows Mobile“ Konkurrenten „Palm OS“ und „Symbian OS“ viele kostenfreie Helferlein. Deswegen sollen die in diesem Artikel aufgezeigten Werkzeuge für das Redmonder Betriebssystem auch lediglich Beispiele aufzeigen, welches Potenzial in mobilen Taschencomputern mit den entsprechenden Softwarelösungen erschlossen werden kann.
Siehe dazu auch:
Wikipedia für die Westentasche
| Hardware Software | 16. März 2007 41942 x gelesen Schlagwörter: essenzielles für den pocket pc, pocket pc 2002 auffrischen, pocket pc open source, ppc freeware
Festplattendefekte, zerstörte Partitionstabellen, Virenbefall: Ist der PC-Super-GAU einmal eingetreten, braucht es zuverlässige Diagnosewerkzeuge, um Hardware-Probleme schnell zu Identifizieren und daraus sinnvolle Gegenmaßnahmen abzuleiten. Die „Ultimate Boot CD“ bietet vom Prozessor-Test über Festplatten-Tools bis hin zum Virenscanner eine Vielzahl an Werkzeugen – allesamt auf einer kostenfreien, bootfähigen CD-ROM vereint.
Möchte sich eine vorher fehlerfrei werkelnde Festplatte selbst formatieren heißt das nicht zwangsläufig, dass ein Platten-Defekt vorliegt. Möglicherweise wurde „lediglich“ die Partitionstabelle beschädigt – glücklicherweise gibt es mit Christophe Grenier’s „TestDisk“ ein mächtiges Open-Source-Werkzeug, das auch in scheinbar aussichtslosen Situationen verschollene Partitionen (FAT32/NTFS) wiederherstellen kann.
Aller guten Dinge sind drei: Nach dem jupiter 0817a und dem 0708i kündigt Fukato unter der Hausmarke „datacask“ einen weiteren Laptop-Winzling mit großem Bildschirm und AMD-Geode-Prozessor zum Preis (UVP) von 399,- Euro an. Bleibt zu hoffen, dass das Produkt-Trio denn auch im August in ausreichender Stückzahl lieferbar ist.