„Eraser“: Sensible Daten sicher löschen

Wer mit dem Verkauf altbackener Gebraucht-Festplatten (auch in kompletten PCs) auf diversen Plattformen – sei es per lokalem Zeitungsinserat oder bei Ebay – liebäugelt, sollte seine privaten Daten vor der Veräußerung so sicher wie möglich entsorgen. Das simple Verschieben und anschließende Löschen der Dateien im Papierkorb reicht allerdings längst nicht aus, um das private Sammelsurium an Bildern, Excel-Tabellen oder Word-Dateien endgültig und sicher ins Datennirvana zu befördern. Abhilfe schafft in diesem Fall Sami Tolvanen’s Opensource-Lösung „Eraser“.

Selbst die komplette Formatierung einer Festplatte garantiert keinen Schutz vor ausgefeilter Datenwiederherstellungssoftware wie Runtime’s „Get Data Back“ oder Ontrack’s „EasyRecovery“, selbst verwaiste Partitionstabellen lassen sich in der Regel nach einer Formatierung mit Opensource-Lösungen wie „Testdisk“ schnell und unkompliziert wiederherstellen.

Einen zumindest für Privatpersonen vertretbaren Schutz liefert „Eraser“ Das Programm, inzwischen in Version 5.3. erschienen, überschreibt freien Speicherplatz, ausgewählte Ordner oder einzelne Dateien mit zufällig gewählten Bitmustern. Unterstützt wird dabei neben dem Dateisystem FAT32 (Windows 98/Me) auch NTFS (in der Regel Windows 2000/XP). Eine Wiederherstellung der Daten ist nach dem Eingriff von „Eraser“ zumindest theoretisch möglich, jedoch nur mit aufwendigen und sehr teuren Verfahren.

Bevor man sich mit dem Ableben der persönlichen Datenschätze abgibt, sollten diese logischerweise auf einen anderen Datenträger transferiert und – wenn möglich –
auf externen Datenträgern oder CD/DVD gesichert werden. Ein praktisches Werkzeug zum automatisierten Datenabgleich ist etwa Microsoft’s „SyncToy“.

Nachdem sämtliche persönliche Daten gesichert wurden, gilt es nun, diese Daten auf der zum Verkauf stehenden Festplatte in den Papierkorb zu Verschieben und in Diesem zu Löschen. Anschließend vernichtet „Eraser“ die verbleibenden (für den Windows-Nutzer unsichtbaren) Datenfragmente auf dem Datenträger. Nach dem Start des Programms unter „Start“ – „Alle Programme“ – „Eraser“ wählt man im Kontextmenü „File“ – „New Task“. Im nun geöffneten Kontextmenü findet sich der Punkt „Unused Space on Drive“ sowie die entsprechende Auswahl des Ziellaufwerks. Nach der Bestätigung mit „OK“ kann man anschließend die entsprechende Aktion per rechtem Mausklick auf den angelegten Task und „Run“ starten.

Eraser: Daten Sicher und Zuverlässig von der Festplatte löschen Eraser: Daten Sicher und Zuverlässig von der Festplatte löschen Eraser: Daten Sicher und Zuverlässig von der Festplatte löschen

Alternativ dazu ist es möglich, ganze Ordner (Files on Folder) oder einzelne Dateien (Files) nach dem gleichen Prinzip zu eliminieren – beispielsweise dann, wenn man gezielt alle Dateien im Verzeichnis „Eigene Dateien“ liquidieren möchte. Ein vorheriges Löschen im Papierkorb ist dabei nicht notwendig. Ein Kontextmenü (rechte Maustaste) zum gezielten Entfernen bestimmter Dateien im Windows-Explorer steht ebenfalls zur Verfügung.

Eraser: Daten Sicher und Zuverlässig von der Festplatte löschen

Fazit: Sami Tolvanen’s „Eraser“ hat im Gegensatz zum gleichnamigen Action-Thriller die Aufgabe, sensibles Material vollständig zu eliminieren. Die übersichtliche Software gestattet es problemlos, einzelne Dateien, Ordner oder den freien Speicherplatz mit zufälligen Bitmustern zu überschreiben und damit vor fremden Zugriff zu schützen.

Download: Eraser 5.8.2

| | 5. Oktober 2006 22171 x gelesen Schlagwörter: daten komplett löschen, eraser, opensource, sicheres löschen

Waren diese Informationen hilfreich?

  • Currently 5.00/5
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5

Rating: 5.0/5(4 votes cast)

Artikel als Lesezeichen speichern:

Mister Wong del.icio.us Yahoo MyWeb Google Technorati Furl YiGG Taggle Folkd BlinkList Linkarena

Folgende Artikel könnten ebenfalls ihr Interesse wecken:


Dateien-Datentresor für Windows: Axcrypt

Windows-Datentresor mit AxCrypt Personenbezogene Daten, interne Geschäftsberichte, private Bilder – zartbesaitetes Material also, auf das im Normalfall nur befugte Personen Zugriff haben sollten. Wer jedoch den privaten Datenschutz vernachlässigt, schaut spätestens dann in die Röhre, wenn der heimische USB-Stick – delikaterweise mit einigen freizügigen Bildern der neuen Lebensabschnittsgefährtin – im Pendlerzug abhanden gekommen ist. Dabei ist eine zuverlässige Datenverschlüsselung unter Windows und dem OpenSource-Werkzeug „Axcrypt“ im Handumdrehen bewerkstelligt.

...mehr darüber! veröffentlicht am 22. Oktober 2006 in den Themengebieten Kommentare

Virenjäger: Modell „Light“

Externe Festplatten ÜbersichtUm die gröbsten Löcher im hauseigenen Betriebssystem Windows zu stopfen, greift Microsoft seit kurzem zu einer eher ungewöhnlichen Vorgehensweise: Als kostenfreies „Microsoft® Windows®-Tool zum Entfernen bösartiger Software“ umschreiben die Redmonder ihren rudimentären Virenscanner, der immerhin über 70 der weitverbreitetsten Softwareschädlinge von A wie „Atak“ bis Z wie „Zotob“ auf dem heimischen PC eliminieren soll. Ist das – trotz des seltsam anmutenden Namens – der Anfang vom Einstieg in den knapp 7,4 Milliarden US-Dollar (Gartner 2005) schweren Markt für Sicherheitssoftware?

...mehr darüber! veröffentlicht am 19. September 2006 in den Themengebieten Kommentare

RK Launcher 0.3 beta

Mit dem als “RK Launcher” titulierten Programm bekommt der versierte Windows-Nutzer einen stilvollen und effizienten Taskbar-Komfort, den Apple-Kunden schon seit längerem gewohnt sind und sicherlich auch nicht missen wollen: Die neue Taskleiste lässt sich in allen 4 Seiten des Desktops positionieren, die Größe der Symbole ist variabel und zudem individuell erweiterbar, was bedeutet, dass man beliebig viele Programmverknüpfungen hinzufügen kann. Fährt man mit dem Mauszeiger auf einen Icon des RK Launcher, wird dieser mit einem “Mouseover”-Effekt hervorgehoben und kann ggf. per Mausklick gestartet werden. Auf Wunsch blendet sich die Software automatisch aus bzw. wieder ein (falls sie dem einen oder anderen Programm im Wege sein sollte), die Transparenz des Taskbar-Hintergrundes ist ebenfalls flexibel gestaltet.

...mehr darüber! veröffentlicht am 20. Mai 2005 in den Themengebieten Kommentare

Leserkommentare

Artikel kommentieren