DVB-T Aufzeichnungen auf Speichersparflamme

Als „DasÜberallFernsehen“ verspricht DVB-T nicht nur gute Bildqualität sondern auch eine bequeme Aufnahmefunktion ohne altmodischen Bandsalat. Zwar unterstützen die meisten der DVB-T Hardware beiliegenden Softwarepakete das Mitschneiden von TV-Material, dies aber oft nur im speicherhungrigem MPEG-2-Format. Eine Video-Umkodierung mittels XviD oder DivX verspricht kleinere Dateien, die Konvertierung von MPEG-2 in MPEG-4-Derivate wie AVI ist jedoch alles andere als eine triviale Angelegenheit, wie sich im nachfolgenden Artikel herausstellen soll.

Gefräßige Spielfilme

Der 130-minütige US-Politthriller „Das Kartell“ belegt beispielsweise als MPEG-2-Datei satte 2,9 GByte, was bei heutigen Desktop-Festplattengrößen von 250 GByte und mehr freilich klein Klingen mag. Wer jedoch regelmäßig Filme, Dokumentationen oder Serien am PC aufnimmt – man möge dabei nur an den monumentalen Oster-Klassiker „Ben Hur“ denken – stößt schnell an die Grenzen der heimischen Kapazitäten. Auch die immer häufiger anzutreffenden mobilen Klapprechner besitzen mit 80 – 160 GByte in der Regel kleinere Massenspeicher als ihre Desktop-Verwandten und damit weniger Platz für ausufernde Video-Mitschnitte. Eine Konvertierung in Platz sparende, modernere Formate wie MPEG-4 kann aus diesem Dilemma helfen, ohne dabei Geld in neuen Magnetspeicher investieren zu müssen. Die nachfolgende Anleitung ist dabei nicht nur für DVB-T-Aufnahmen geeignet, sondern prinzipiell für beliebige TV-Aufzeichnungen, die vom MPEG-2-Format in MPEG-4 überführt werden sollen.

Formatvielfalt vs. Hardware-Kompatibilität

Eigentlich ist MP4 das offizielle Containerformat für MPEG-4, insbesondere am PC ist AVI in Kombination mit den MPEG-4-kompatiblen Videocodecs DivX oder XviD jedoch weitaus häufiger anzutreffen. Für die MPEG-Datenmetamorphose steht eine Vielzahl an kostenfreien Tools wie VirtualDub, FlaskMPEG oder Gordian Knot zur Verfügung, mit denen man MPEG-4 kompatible Videos produzieren kann – die komplizierte Konfiguration oder das manuelle Einbinden von Codecs überfordert jedoch die meisten PC-Laien. Auch Perfektionisten werden möglicherweise enttäuscht, denn ohne sichtbare Qualitätsverluste kommt die Datenverkleinerung von MPEG-2 zu MPEG-4 nicht aus.

MPEG-2 Dateien in MPEG-4 kompatible AVI-Pendants(DivX, XviD) konvertieren

Bedienbares Komplettpaket: Auto Gordian Knot

Abhilfe gegen das „Optionen-Dickicht“ bei diversen Videokonvertierungstools schafft das englischsprachige Softwarewerkzeug „Auto Gordian Knot“, mit dessen Hilfe in wenigen Schritten aus MPEG-2-Dateien MPEG-4 kompatible „AVIs“ erzeugt werden können. Ein Wehrmutstropfen bleibt allerdings, denn das Herausfiltern von Werbung oder Senderlogos bleibt professionellen Allround-Werkzeugen wie „VirtualDub-MPEG2“ vorbehalten.

Die aktuelle Version 2.4 von „Auto Gordian Knot“ (AutoGK) kommt mit einer benutzerfreundlichen Setup-Routine daher und installiert (unter anderem) mit LAME, AviSynth und dem XviD-Encoder sämtliche Tools, die zur reibungslosen Konvertierung des MPEG-2-Ausgangsmaterials benötigt werden. Nach der Installation kann die Software unter „Alle Programme“ – „AutoGK“ – „AutoGK“ gestartet werden.

MPEG-2 Dateien in MPEG-4 kompatible AVI-Pendants(DivX, XviD) konvertieren - Auto Gordian Knot (AutoGK)

Anschließend präsentiert sich dem Nutzer ein aufgeräumtes Programmfenster, das in insgesamt vier Einzelschritte (Steps) unterteilt ist: Zunächst muss man das Quellmaterial (Step1: Input file) angeben und den entsprechenden Audio-Stream (Step 2: Select audio track and subtitle track) auswählen. Untertitel („Subtitle track(s)“) fallen bei DVB-T-Aufnahmen in der Regel nicht an. Im dritten Schritt (Step 3: Select output size) kann der Nutzer die Ausgabegröße individuell festlegen, so stellt das Feld „Predefined Size“ insgesamt elf verschiedene, auf optische Datenträger (CD/DVD) optimierte Voreinstellungen zur Verfügung. Alternativ dazu kann auch eine eigene Ziel-Größe (Custom Size) in MByte angegeben oder die Ausgabequalität (Target quality) festgelegt werden.

MPEG-2 Dateien in MPEG-4 kompatible AVI-Pendants(DivX, XviD) konvertieren - Auto Gordian Knot (AutoGK)

Der Button „Advanced Settings“ im optionalen vierten Schritt (Step 4) ermöglicht das Feintuning der Audioqualität („Output audio type“), die Auswahl des entsprechenden Video-Codecs (XviD, DivX) sowie der gewünschten Auflösung („Output resolution settings“).
Ab einer (variablen) Audio-Bitrate von 192 KBps ist im Übrigen kein Unterschied zum Original mehr zu erkennen.

Schlussendlich kann die Konvertierung mit Klick auf „Add Job“ und „Start“ gestartet werden. Mit „AutoGK“ lassen sich freilich auch mehrere Jobs anlegen, die dann in einer Art „Stapelverarbeitung“ automatisch abgearbeitet werden – praktisch, um einen ganzen Schub MPEG-2-Aufnahmen in MPEG-4 zu überführen.

Tipp: Über das Tastenkürzel „Strg“ – „F9“ und dem Eintrag „Enable standalone support“ (unten Rechts) lässt sich die Kompatibilität der erzeugten MPEG-4-Dateien für diverse DVD-Player, die MPEG-4 unterstützen, optimieren. Der aktivierte Eintrag „ESS“ sollte dabei i.d.R. die höchstmögliche Hardware-Kompatibilität ermöglichen, gegebenenfalls kann aber auch mit den Einstellungen experimentiert werden.

MPEG-2 Dateien in MPEG-4 kompatible AVI-Pendants(DivX, XviD) konvertieren - Auto Gordian Knot (AutoGK)

Fazit: Als kostenfreie Software bietet „Auto Gordian Knot“ eine auch für Laien bedienbare Möglichkeit, aus speicherintensivem MPEG-2-Material Platz sparende MPEG-4-Dateien zu erzeugen.

Download: Auto Gordian Knot 2.4

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Zeitraffer selbstgemacht

| | 9. April 2007 5374 x gelesen Schlagwörter: mpeg-2 in mpeg-4 umwandeln, mpeg-4 kompatible avi erzeugen, mpeg2 konvertieren

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