Dokumente im von Adobe Systems entwickelten PDF-Format sind sowohl in der universitären Lehre als auch im Alltagsleben kaum mehr wegzudenken. Wer jedoch meint, der beliebte „Adobe Reader“ sei das Maß aller Dinge, irrt. Mit „Foxit Reader“ und dem „PDF-XChange Viewer“ bieten sich zwei kostenfreie Alternativen an, die obendrein Adobe’s „Quasi-PDF-Monopol“ mit cleveren Zusatz-Features oder geringerem Speicherverbrauch Paroli bieten können.
Vorspeise: Adobe Reader 8
Die aktuelle Version des „Adobe Reader“ erweist sich nicht gerade als kleiner „Speicher-Brocken“: Stolze 21,9 Mbyte misst allein die Installationsdatei – Nutzer ohne schnellen Breitband-Internetzugang müssen also bereits beim Download viel Geduld aufwenden. Ansonsten präsentiert sich die nunmehr achte Ausgabe von Adobe’s kostenfreien PDF-Viewer mit überarbeitetem Layout und modernerer Symbol-Werkzeugleiste. Gerätschaften wie Vollbildmodus (Strg – L), Zoom (Strg – Y), Bildschirmlupe, Drehfunktionen (Umschalt – Strg – Plus) oder die Volltextsuche (Umschalt – Strg – F) in mehreren PDF-Dokumenten gehören zur Grundausstattung. Drucken (Strg – P) oder Abspeichern (Umschalt – Strg – S) diverser PDF-Dokumente ist ebenfalls möglich. Beim Laden von PDF-Dateien gibt sich der Reader 8 nicht gerade zimperlich: Eine 90-seitige Diplomarbeit benötigt über 40 Mbyte im Hauptspeicher – insbesondere ältere PC-Systeme mit knapp bemessenem RAM-Reservoir haben hier das Nachsehen. Für audiophile Zeitgenossen hält Adobe eine Sprachausgabe bereit, die allerdings mit ihrer schnellen, fehlerbehafteten Aussprache nicht zu Überzeugen weiß. Adobe bietet seinen Reader außerdem für Pocket-PC-Hardware (Pocket PC Version 2.0), Macintosh und Linux (bis jetzt „nur“ Version 7.0.9) an.
Hauptgericht: PDF-XChange Viewer 1.0 (Build 0016)
Der kostenfreie „PDF-XChange-Viewer“ von Tracker Software bietet im Vergleich zu Adobe’s Standardlösung einige interessante Zusatz-Features. Ähnlich wie bei Mozilla Firefox oder Opera ermöglicht die englischsprachige Software das parallele Studium mehrerer PDF’s in sogenannten „Tabs“. Außerdem können Nutzer einzelne Textabschnitte mit Notizen versehen – ein Feature, das ansonsten der nicht gerade preiswerten Adobe-Acrobat-Familie vorbehalten ist. Zoom, Volltextsuche (auch in mehreren Dokumenten), Bildschirmlupe, Vollbildmodus sowie das Abspeichern und Drucken von Dokumenten gehören zur Standard-Ausrüstung. Die Installationsdatei ist in etwa halb so groß wie die des Adobe Reader, beim Arbeitsspeicherverbrauch (insbesondere bei bebilderten PDF-Dokumenten) genehmigt sich „PDF-XChange-Viewer“ jedoch etwas mehr Freiheiten. Im oberen rechten Bildschirmrand prangt zwar ein grünes Werbefenster für die „PDF Creation Tools“ von Tracker Software, beim Rezipieren von PDF-Dokumenten stört dies jedoch nicht weiter. „PDF-XChange-Viewer“ steht leider nur für Windows 2000/XP zur Verfügung.
Nachtisch: Foxit Reader 2.0 (Build 1606)
Eine durchaus schlanke und schnörkellose PDF-Lösung, die Dank ihres geringen Ressourcenverbrauchs auch für ältere PC-Systeme geeignet ist, bietet „Foxit-Reader“ der amerikanischen Software-Schmiede Foxit Software kostenfrei an. „Foxit-Reader“ steht außerdem für Pocket PCs (ab Windows Mobile 2003) und Linux zur Verfügung. In absoluten Zahlen benötigt „Foxit Reader“ sowohl bei textlastigem als auch bildbefülltem PDF-Material unter Windows XP den mit Abstand geringsten System-Speicher. Die Software unterstützt 34 verschiedene Sprachen, darunter auch Deutsch. Zoom- und Drehfunktion, Vollbildmodus, Suche (leider nicht in mehreren PDF-Dateien) sowie das Abspeichern und Drucken von PDF-Dokumenten gehören zur Grundausstattung. Ein kleiner blauer Anzeigebanner am oberen rechten Bildschirmrand wirbt zwar für die „Pro-Version“ des Foxit Reader, stört beim Durchforsten diverser PDF-Dokumente jedoch nicht und ist abschaltbar („Ansicht“ – „Werbung anzeigen“) Im Übrigen verzichtet „Foxit Reader“ auf eine Setup-Routine – was ihn nicht zuletzt als portable Anwendung für USB-Sticks prädestiniert.
Adobe Reader 8, PDF-XChange Viewer 1.0, Foxit Reader 2.0 im Vergleich:
(Testsystem: AMD Athlon 64 3800+, 1 Gbyte RAM, Nforce4/Sockel 754, Windows XP SP2; Speicherverbrauch bezieht sich auf gerundete Durchschnittswerte)
PDF-Futter für Mozilla Firefox: Add-on „PDF Download 0.7.9”
Das automatische, „Browser-Interne“ Öffnen von PDF-Dokumenten kann insofern nervig sein, wenn man mehrere PDF-Dateien lediglich auf dem heimischen Desktop abspeichern möchte. Die clevere Erweiterung „PDF Download 0.7.9” für Mozilla Firefox gibt dem Nutzer sein standesgemäßes Recht zurück, mit jedem PDF-Dokument individuell zu Verfahren (Öffnen, Herunterladen, Download umgehen u.a.). Etwaige Browser-Abstürze können damit außerdem unter Umständen umgangen werden.
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Foxit hat gelegentlich Probleme bei pdfs mit Formularfunktionen. Teilweise werden auch Bilder nicht oder nur teilweise dargestellt. Dadurch kann es vorkommen das ganze Datenblätter, welche nur als Scans vorliegen, komplett leer sind. Foxit bleibt erste Wahl für den Alltagsgebrauch, auf den Acrobat Reader kann man aber (noch) nicht verzichten.
am 10 Mai 2007, 13:18.