Creative dreht auf

Schon mit den technischen Details seiner neuen X-Fi-Soundkarten-Flagschiffe hebt Creative seine derzeitige Ausnahmestellung im Consumerbereich hervor. X-Fi steht hierbei für “Xtreme Fidelity” – also möglichst detailgetreue und qualitativ hochwertige Musik- und Audiowiedergabe. Der komplett neuentwickelte DSP (Digital Signal Processor) kann mit seinen über 51 Millionen Transistoren, die selbst einen Intel Pentium IV der ersten Generation in den Schatten stellen und die die satte 24-fache Leistung des Vorgängerchips bieten, bis zu 10 Milliarden Befehle pro Sekunde verarbeiten.

Auch die restlichen Spezifikationen liegen allesamt auf erfreulich hohem Nivau: Der Klirrfaktor bei 1KHz beträgt etwa 0,004%, der Rauschabstand 109 dB (20 KHz Tiefpassfilter, A-Gewichtet), die 24 Bit-basierende Audioverarbeitung hält an Ein- und Ausgängen Einzug. Eine Neuentwicklung war sicherlich auch dringend notwendig, denn in den letzten Jahren wurde die Luft für die liebevoll gepflegte, aber technisch veraltete Audigy-Serie, nicht zuletzt durch den Einzug von Intel’s HD-Audio als Onboard-Lösung, immer dünner.

Produkt- und Funktionsvielfalt

Creative bietet je nach vorhandenem Budget verschiedene Karten an. Den Anfang macht das Einsteigermodell “Soundblaster X-Fi Xtreme Music” für knapp 100 Euro, dass bereits alle Funktionen des neuen DSP unterstützt. Ferner stehen drei andere Modelle mit Frontmodul und Fernbedienung zur Verfügung, die teilweise mit zusätzlichen Speichermodulen ausgerüstet sind und in Preisregionen von bis zu 350 Euro vorstoßen. Wer ausschließlich Wert auf hochwertige Musikwiedergabe legt, ist aber selbst mit der vergleichsweise günstigen “Xtreme Music” schon gut bedient. Eine Besonderheit des neuen Hochleistungschips ist dessen grundsätzliche Optimierung auf drei verschiedene Anwendungsbereiche, die Creative anglizismenfreundlich als “Entertainment-Modus”, “Gaming-Modus” und “Audio Creation-Modus” verortet. Im nachfolgenden wird allerdings nur auf die Funktion des erstgenannten Modus eingegangen.


Klangmeister im Unterhaltungsmodus

Eine der prägendsten neuen Funktionen im Unterhaltungs-Modus, also der optimierten Variante für Musik und Filme, wird als “24-Bit-Crystalizer” bezeichnet. Mit seiner Hilfe werden die vorhandenen Audiodaten (i.d.R. 16 Bit) zunächst auf 24-Bit hochgerechnet und anschließend punktuell “optimiert”. Damit lässt sich die Dynamik der Audiodaten, insbesondere bei tiefen und hohen Tönen hörbar aufwerten. Vor allem bei schlagzeuglastiger Musik oder D&B-Sessions sind die Ergebnisse dieser neuen Funktion vielversprechend, allerdings bleibt anzuzweifeln, dass mit dem “Crystalizer” MP3-Musik und Filme tatsächlich besser klingen als die Original-CD oder DVD, wie Creatives Marketingabteilung auf der Originalverpackung behauptet. Im Übrigen lässt sich die Stärke der aktivierten Effekte einzeln und stufenlos per Software regeln. Je nach subjektivem Geschmackempfinden lässt sich so der Klang individuell einstellen. Auch die CMSS-3D Funktion hat Creatives Entwicklerteam überarbeitet. Insbesondere im Kopfhörerbetrieb stellt die realistische Simulation von Surround-Sound mit nur einem Stereo-Kanal alles bisher dagewesene in den Schatten. Verschiedene EAX-Gimmicks wie die Darstellung diverser Raumklänge gehören ebenfalls zum Standardrepetoire. Ferner bietet Creative noch einen zehn-fach Grafik-Equalizer mit zehn abgespeicherten Presets an, der sich um individuell angelegte Voreinstellungen erweitern lässt. Bleibt noch die nützliche Smart-Volume-Management-Funktion (SVM) zu erwähnen, die starke Lautstärkeunterschiede innerhalb eines Liedes minimiert und so ständiges Nachregeln der Lautstärke überflüssig macht. Auch Sie kann im Praxistest überzeugen.

Viel Software

Schon bei der Einsteigerkarte “Xtreme Music” legt Creative ein umfangreiches Softwarepaket bei. So bietet “Media-Source” die Möglichkeit zum Abspielen, Konvertieren und Organisieren diverser Audiodateien, unter anderem auch DVD-Audio. Der Lautsprecher-Einrichtungs-Assistent, den man von den bisherigen Audigy-Modellen gewohnt war, ist gleich geblieben. Die als “SuperRip” gepriesene Funktion, die ein hochqualitatives Kopieren von Audio-CDs ermöglicht, dürfte jedoch viele Anwender aufgrund ihres propritären Charakters verschrecken. Hier fährt man mit verlustfreien Aduioformaten wie FLAC oder APE in Zusammenarbeit mit EAC (Exact Audio Coyping) ohnehin besser.

Fazit

Mit der aktuellen X-Fi Serie meldet sich Creative eindrucksvoll zurück. Gewaltige Basswellen beim “Useless”-Cover von K&D faszinieren auf ihr ebenso wie fesselnde Gitarrenriffs und die kräftige Stimme von Tito Larriva (Tito & Tarantula). Allerdings muss man die Soundkarte nur als eines von vielen Elementen bei der computergestützten Wiedergabe von Audiomaterial sehen. Ohne entsprechend hochwertiges Boxenequipment, beispielsweise von Creative, Teufel, Klipsch oder Logitech, bringt auch die beste Soundkarte bei mageren P.M.P.O – Böxchen keinen Pluspunkt. Empfehlenswert bleibt das Einstiegermodell “Xtreme Music” für diejenigen, die Wert auf sehr gute Musikqualität legen und oft am PC Musik hören. Verglichen mit Preisen von aktuellen High-End-Grafikkarten bleibt diese Lösung für knapp 100 Euro auch preislich eine lohnenswerte Investition.

| | 21. Januar 2006 3634 x gelesen Schlagwörter: creative, music, soundkarte, xfi

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