Bier. Vier Buchstaben. Große Wirkung.

Schon eine simple Suchanfrage kann diese Vermutung untermauern. So spuckt yahoo.de nicht weniger als grob geschätzte 18,2 Millionen deutschsprachige Suchergebnisse für oben genannten Begriff aus. Damit liegt „Bier“ zwar nicht auf dem ersten Platz, den mit deutlichem Vorsprung „Wein“ und 28,4 Millionen mehr oder weniger relevanten Weltnetzseiten einnimmt, aber immer noch vor „Schnaps“ mit 1,4 Millionen Einträgen und den ethanolfreien Getränkependants „Mineralwasser“ und „Fruchtsaft“:



Neben diesem eher als statistische Spielerei zu bewertenden Zahlenschabernack gibt es jedoch auch durchaus ernstzunehmende Fakten des Deutschen Brauer-Bundes: So ging der „Pro-Kopf Verbrauch“ der Deutschen von 127,3 Liter im Jahr 2000 auf 115,7 Liter Bier im Jahr 2004 um etwas über neun Prozent zurück, die Zahl der betriebenen „Braustätten“ blieb mit 1274 (2005) dennoch nahezu konstant. 115,7 Liter bedeuten aber auch zwei prallgefüllte Badewannen des beliebten Gerstensaftes oder 232 Stück der seit Einführung einer gesetzlichen Pfandregelung vom Aussterben begriffenen Aludosen – je nachdem, welchen Vergleich man bevorzugt.

Was des einen Lieblingstrunk ist für den anderen ein warmer Geldregen, der anno 2005 geschätzte 777 Millionen Euro in die Steuerkasse von Vater Staat spülte. Obwohl Bier aus über 8000 verschiedenen Inhaltsstoffen besteht, benötigt man nur drei Grundsubstanzen zur Produktion, nämlich Wasser, Hopfen, und Malz – solange man auf das 1516 erlassene Reinheitsgebot vertraut. Eine Trivialisierung des Produktionsprozesses, der entscheidend für die später Biersorte ist, bedeutet dies freilich nicht. Eine einfache Unterscheidung ist möglich, wenn man die verwendete Hefe, die zur Vergärung des gelösten Zuckers in Kohlendioxid und Ethanol benötigt wird, zu Rate zieht: Bei obergärigen Bieren (zum Beispiel Kölsch, Alt- und Weizenbier) steigt die Hefe nach Abschluss des Gärungsprozesses an die Oberfläche, bei untergärigen Bieren (Pils, Export, Schwarzbier, Urtyp) sinkt sie auf den Boden des entsprechenden Gärtanks. Ganz ohne Hefe kommen hingegen die seltenen spontangärigen Biere aus.



Über die gesundheitlichen Vor- und Nachteile von Bier tobt nach wie vor ein Gewissensstreit. Dass hoher Bierkonsum und die damit verbundene Alkoholaufnahme keineswegs gesundheitsförderlich ist, setzt bereits der gesunde Menschenverstand voraus. Zum einen verbraucht der zugeführte Alkohol Vitamine und Mineralstoffe, zum anderen wirken sich die im Bier gelösten Mineralien und Spurenelemente durchaus positiv auf Nerven, Muskelkraft und die Aktivierung bestimmter Enzyme aus. Wie immer entscheidet hier die Dosis, über die in der Fachwelt noch keine allgemeinen Aussagen getroffen werden konnten.

Dennoch, selbst die großen Denker vergangener Zeiten wussten löbliche Worte über das Getränk zu berichten. „Ebenfalls, so schäumet hier, geist- und phantasieanregend, holder Bock, das beste Bier.“ meinte bereits Heinrich Heine und William Shakespeare reüssierte: „Denn eine Kanne Bier – das ist ein Königstrank“ – die Dimensionen des Begriffs „Kanne“ bleiben dabei allerdings im Verborgenen.

Neben der mannigfaltigen Anzahl an Biersorten gibt es auch die verschiedenartigsten Möglichkeiten, an die begehrte und meist in Glasflaschen eingeschlossene Flüssigkeit zu kommen. Von fast tausend verschiedenen weiß man bei http://stuff.twoday.net/ zu berichten. Kaum eine Situation wurde dabei in den ausführlich bebilderten Anleitungen vergessen – ein optimaler Ratgeber für verkorkste Konstellationen zwischen Mensch und Getränk.

Quellen und Links:

http://www.brauer-bund.de
http://stuff.twoday.net/
http://de.wikipedia.org/wiki/Bier
http://www.bierundwir.de/
http://www.bier-lexikon.lauftext.de/

| | 24. März 2006 5564 x gelesen Schlagwörter: bier, gesellschaft

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